Zum ersten Mal seit 28 Jahren nimmt Österreich wieder an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil. Während die Nationalmannschaft im ersten Gruppenspiel überzeugen konnte, schien der ORF mit der Übertragung überfordert: Bild und Ton fielen im Livestream ganze 40 Minuten lang aus, die zweite Hälfte konnten die Zuschauer des zwangsfinanzierten Staatssenders nicht sehen.
ORF rechtfertigt sich mit technischen Problemen
Mit einem 3:1 gegen Jordanien legte die Mannschaft am heutigen Mittwochmorgen einen respektablen Einstand hin. Doch so groß die Freude über den sportlichen Sieg war, so groß war auch der Frust über den ORF. Dort hat man eine bemerkenswerte Begründung für den Totalausfall: Mit Beginn der zweiten Hälfte sei es bei der APA zu einem Ausfall der Infrastruktur gekommen. An der Behebung sei mit Hochdruck gearbeitet worden. Die enorme Menge an Anfragen habe eine Ad-hoc-Behebung entsprechend schwieriger gemacht.
Der Unmut unter den Zuschauern, die den ORF über ihre Zwangsgebühren finanzieren müssen, war entsprechend groß. „Entschuldigung abgelehnt“, schrieb etwa ein Nutzer auf X zu den Erklärungen des ORF-Kommentators. Ein anderer fragte: „Was macht der ORF eigentlich hauptberuflich?“ und mutmaßte, in den Streamingdienst fließe offenbar nicht allzu viel Geld. Weitere Nutzer kritisierten die Prioritätensetzung des Senders: Während die Wahl des Generaldirektors monatelang im Mittelpunkt stehe, scheitere die App ausgerechnet beim wichtigsten Sportereignis der vergangenen Jahrzehnte.
Zuschauer mussten zu Auslandssendern wechseln
Sender wie das deutsche ZDF oder Joyn übertrugen das Match problemlos. Auch beim Privatsender ServusTV, der neben dem ORF die Spiele überträgt, gab es bisher keine technischen Probleme. Dass am frühen Morgen die halbe Republik in die Schule oder zur Arbeit muss und plötzlich streamen will, hat man beim Staatsfunk offenbar nicht erwartet…


