Meinl-Reisinger und Selenskyj

Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verstehen sich bestens – doch einen Verdienstorden will Meinl-Reisinger von ihrem Freund in Kiew nicht erhalten haben.

15. April 2026 / 20:11 Uhr

Verwirrung um Ukraine-Auszeichnung: Doch kein Orden für Meinl-Reisinger?

Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger wurde vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem Verdienstorden II. Klasse ausgezeichnet. Sowohl die Art der Verleihung – die erst später öffentlich gemacht wurde – als auch der mögliche Konflikt mit der Neutralität empörte die Freiheitlichen, die der Sache mit einer parlamentarischen Anfrage auf den Grund gingen. Nun ist die Antwort da – und Meinl-Reisinger will gar keinen Orden erhalten haben.

Keine Verleihung, keine Annahme

Die österreichische Botschaft in Kiew hatte im Jänner verkündet, dass der ukrainische Präsident der Neos-Chefin den “Verdienstorden II. Klasse für den bedeutenden persönlichen Beitrag zur Stärkung der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit, Unterstützung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine, wohltätige Aktivitäten und Förderung des ukrainischen Staates in der Welt” verleihen will. Konkret erklärt Meinl-Reisinger nun jedoch, sie habe lediglich aus Medienberichten im Jänner 2026 erfahren, dass der ukrainische Präsident eine Ordensverleihung plane. Eine offizielle Anfrage oder tatsächliche Verleihung habe es jedoch nie gegeben. Entsprechend habe sie auch keinen Orden angenommen und plane dies derzeit auch nicht – insbesondere solange der Krieg in der Ukraine andauere.

POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS. Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung


Internationale Praxis betont

Gleichzeitig verweist die Außenministerin darauf, dass Ordensverleihungen im internationalen Kontext üblich seien. Politiker, die sich diplomatisch engagieren oder sich für Frieden einsetzen, würden regelmäßig von anderen Staaten ausgezeichnet. Als Beispiele nennt sie mehrere internationale Persönlichkeiten, aber auch Politiker aus Österreich, darunter Vertreter der FPÖ, die ebenfalls Orden aus dem Ausland erhalten hätten.

Die Anfrage der FPÖ hatte unter anderem die Vereinbarkeit einer möglichen Ordensannahme mit der österreichischen Neutralität sowie einen Zusammenhang mit finanzieller Unterstützung für die Ukraine thematisiert. Diese Vorwürfe weist die Ministerin klar zurück, da es bereits an der Grundlage – einer tatsächlichen Verleihung – angeblich fehle.

Weniger Einstimmigkeitsentscheidungen in EU

In ihrer Beantwortung geht Meinl-Reisinger auch auf grundsätzliche außenpolitische Fragen ein. Österreichs Neutralität bleibe verfassungsrechtlich verankert, gleichzeitig beteilige sich das Land aktiv an der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der EU sei aus ihrer Sicht notwendig, um auf internationale Krisen reagieren zu können.

Auch sie will bei Abstimmung in der EU das Einstimmigkeitsprinzip schwächen und spricht sich für eine verstärkte Nutzung von Mehrheitsentscheidungen in der EU-Außenpolitik aus, um die Handlungsfähigkeit der Union zu erhöhen. Immerhin: Sie vertrete selbstverständlich die Interessen Österreichs, so Meinl-Reisinger. Die Vorwürfe, sie handle primär im Sinne eines supranationalen Projekts, weist sie damit entschieden zurück.

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS. Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung

Politik aktuell

15.

Apr

20:11 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief

Unzensuriert Video-Empfehlung:
„Suicide of Europe?“ – Diese Konferenz sorgt für Diskussionen!
Klicken um das Video zu laden
Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.