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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Bewohner von Postelberg ermordet. Ihr „Verbrechen“: Sie waren sudetendeutsche Altösterreicher.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Bewohner von Postelberg ermordet. Ihr „Verbrechen“: Sie waren sudetendeutsche Altösterreicher.

Postelbergs Tote geben keine Ruhe: Leichen der fünf ermordeten Buben entdeckt?

Bei Bauarbeiten im heute tschechischen Postelberg (Postoloprty) im Nordwesten der Republik sind menschliche Überreste entdeckt worden.

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Zwangsarbeit für Deutsche

Könnten darunter jene fünf Buben sein, die 1945 ermordet wurden?

Horst, Eduard, Hans, Walter und Heinz waren zwischen zwölf und fünfzehn Jahren alt und sollen versucht haben, sich einem abrückenden Zwangsarbeitskommando anzuschließen. Doch sie wurden entdeckt und zurückgebracht.

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Mehrere tausend Tote

Der Augenzeuge Peter Klepsch schilderte später, dass zunächst ihre Auspeitschung verlangt worden sei, ehe ein tschechischer Kommandant ihre Erschießung angeordnet habe. 2009 berichtete der Spiegel über den „Mord im Fasangarten“.

Im Frühjahr und Sommer 1945 wurden mindestens 1.600 Menschen, nach einigen Quellen sogar weit über 3.000 beziehungsweise bis zu mehreren tausend Menschen, Frauen, Kinder und alte Menschen von den Tschechen in Postelberg ermordet. Weil sie deutsch waren. Es war eines der größten Massaker in Europa in Friedenszeiten überhaupt.

Knochen auf dem ehemaligen Kasernengelände

Die Bauarbeiten für ein Wohnprojekt auf dem Gelände der früheren Dragonerkaserne wurden nun zum Teil eingestellt. Archäologen untersuchen den Fund menschlicher Überreste.

Der Archäologe Vojtěch Peksa bestätigte gegenüber iDNES kleinere Funde, die mit den Ereignissen Ende Mai und Anfang Juni 1945 zusammenhängen könnten.

Hunderte Leichen vermisst

Nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt wurden 1947 bereits 225 Leichen geborgen. Im Bereich der neuen Funde soll sich damals ein Schützengraben befunden haben, der möglicherweise nicht untersucht worden war. Insgesamt wurden 1947 in und um Postelberg 763 Leichen exhumiert. Es fehlen also noch viele hundert Leichen.

Mittlerweile ist die Prager Oberstaatsanwaltschaft mit dem Fall befasst.

Österreichische Außenministerin soll tätig werden

Der Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) hat die NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger schriftlich zum diplomatischen Tätigwerden aufgefordert. Auch ÖVP-Kanzler Christian Stocker sei informiert worden.

Gefordert werden unter anderem die Ermittlung der Opfer und ihrer Angehörigen sowie eine würdige Beisetzung. Denn jedes gefundene Skelett steht für ein Schicksal, das nach Jahrzehnten des Schweigens endlich das Recht auf Erinnerung und eine würdige Ruhestätte fordert.

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