Die ÖVP und die Neos gingen aus dem SPÖ-Chaos nicht unbeschadet heraus, meinte der Polit-Kenner Christoph Haselmayer vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) in einem Gespräch mit der Kronen Zeitung. Er sagte: „Stocker ist zu feig, um Neuwahlen auszurufen.“
Dreierkoalition schwer unter Druck
Manche, so Haselmayer, würden meinen, dass ÖVP-Kanzler Christian Stocker zu schwach sei, um die Dreierkoalition platzen zu lassen. Er sage, dass Stocker zu feig sei. Der Unmut bei den Menschen sei sehr, sehr stark. Die Ampel sei deshalb schwer unter Druck – und die einzige politikwissenschaftliche Frage, die sich jetzt stelle, sei, wo entweiche dieser Druck.
Kickl ist in liberaler Demokratie zu akzeptieren
Das könnte in der Bundesregierung sein, etwa wenn die Menschen sagten, „wir wollen Herbert Kickl an der Spitze des Staates haben, auch das muss man in einer liberalen Demokratie aus meiner Sicht akzeptieren“. Oder der Druck entlädt sich bei den Landtagswahlen, „da kann man zur ÖVP nur sagen, viel Spaß und gute Laune“.
Babler wurde „besachwaltet“
Zur SPÖ meinte Haselmayer, diese habe ihren Machtkampf verschoben, man habe Andreas Babler „besachwaltet“ und ihm Aufpasser zur Seite gestellt. Die Krise sei damit aber längst nicht gelöst. Im Gegenteil: Die Hängepartie könnte die Bundesregierung noch monatelang beschäftigen und wichtige Vorhaben ausbremsen.
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