Lob für den ORF vonseiten der FPÖ? Kein Witz! Marlene Svazek, freiheitliche Landeshauptfrau-Stellvertreterin in Salzburg, hat das wirklich getan. Sie bedankte sich für einen „großartigen Abend“, weil der ORF Herbert Kickl beim Sommergespräch eine großartige Bühne geboten hatte – noch dazu bei einer Rekordquote!
Blamage für Schnabl und Gödl live im ORF
Svazek selbst hatte ja am Sonntag, 6. September, das Vergnügen, Gast bei „Das Gespräch mit Susanne Schnabl“ zu sein. Dort sorgte sie für eine Sternstunde, als sie die Moderatorin aufforderte, ihr den Begriff „Rechtsextremismus“ zu erklären. Diese kneifte und gab die Frage an ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl weiter, der auch keine Antwort zuwege brachte. Also erklärte Svazek selbst, was das Wort bedeutet (siehe Video im Facebook-Beitrag von Svazek):Â
Rolle über den Kopf gewachsen
In einem weiteren Facebook-Beitrag analysierte die Salzburger FPÖ-Chefin das ORF-Sommergespräch mit Kickl. Sie schrieb:
Ein exzellenter Bundesparteiobmann Herbert Kickl und eine Simone Stribl in einer Rolle, die ihr an diesem Abend sichtlich über den Kopf gewachsen ist.
Methode des ORF veränderte sich bei Kickl
Bei Andreas Babler, Christian Stocker und Co. habe sie sich tatsächlich gefragt, wozu eine Journalistin gegenüber sitzt, wenn kritische Nachfragen weitgehend ausbleiben würden und Parteichefs ihre vorbereiteten Erzählungen so ungestört ausbreiten dürften, sodass man recht schnell in Versuchung geraten wäre, nach der Fernbedienung zu greifen.
Bei Herbert Kickl aber habe sich die Methode dann plötzlich geändert. Aus dem Interview sei streckenweise der Versuch eines argumentativen Duells geworden. Es sei aber nur bei einem verzweifelten Versuch geblieben. Stribl habe nicht mehr nur gefragt, sie hätte zu widersprechen versucht und habe politische Gegenpositionen aufgebaut. „Das kann man selbstverständlich tun – vorausgesetzt, man ist argumentativ entsprechend gerüstet. Naja.“, meinte Svazek.
Intellektuell und rhetorisch auseinandergenommen
Die Ironie des Abends habe darin bestanden, dass ausgerechnet der Versuch, Herbert Kickl unter Druck zu setzen, ihm die besten Vorlagen lieferte und die Verwertung einfach großartig gewesen sei. Svazek wörtlich:
Was bleibt? Eine ORF-Journalistin, die ihrem Gesprächspartner offenbar politisch Paroli bieten und sich so profilieren wollte, dabei aber intellektuell und rhetorisch auseinandergenommen wurde.
“Danke für diesen großartigen Abend”
Falls die Absicht darin bestanden haben sollte, Kickl und die FPÖ möglichst schlecht aussehen zu lassen, dürfe man dem ORF zu einem bemerkenswerten Kunststück gratulieren: das Gegenteil wäre erreicht worden – und das auch noch bei einer Rekordquote:
Insofern, Danke für diesen großartigen Abend an den ORF und Chapeau an unseren Bundesparteiobmann Herbert Kickl.
