Der ORF lieferte bei der Wahlberichterstattung über Sachsen-Anhalt erneut kein gutes Bild. ORF-Korrespondent Andreas Pfeifer (Bild) ließ die Neutralität vermissen und bezeichnete Sarah Wagenknecht als “irrlichternde Politikerin”.

9. September 2026 / 08:28 Uhr

Rechenschwäche und Haltungsschaden: ORF blamiert sich bei Wahlberichterstattung massiv

Eine peinliche Mandatsgrafik und bizarre Hochrechnungs-Akrobatik brachten das ORF-Publikum am Wahlabend (Sonntag, 6. September) zum Staunen. FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker nimmt die Entgleisungen des Staatsfunks nun schonungslos auseinander und fordert das endgültige Aus für die Zwangsgebühren.

Peinliche Panne in der Sonder-ZIB

Schon zu Beginn der Berichterstattung über die Landtagswahl im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt entgleiste der Grafik-Abteilung des Hauses die Realität vollkommen. In einer Schaubild-Grafik der Sonder-ZIB wurden der AfD schlichtweg 47 Mandate zugeschrieben, während CDU, SPD, Linke und Grüne sprichwörtlich mit jeweils 20 Sitzen bedacht wurden. In der Summe ergab das stolze 127 Mandate für ein Parlament, das im Landtag von Sachsen-Anhalt eigentlich nur 83 Sitze umfasst. Während Moderator Tarek Leitner den logistischen Überfall auf den Landtag immerhin bemerkte, hinterlässt das Datenchaos einen faden Beigeschmack über die handwerkliche Qualität des durch Zwangsgebühren finanzierten Apparats.

Die Grafik zur Landtagswahl ging völlig daneben. Immerhin: Moderator Tarek Leitner (Bild) bemerkte den Fehler. (Quelle: Screenshot/ ORF ON)

Kreative Arithmetik im Dienst der Haltung

Den Höhepunkt der politisch gefärbten Betreuung lieferte jedoch ORF-Korrespondent Andreas Pfeifer ab. Nachdem er bereits am Samstag im Ö1-Mittagsjournal Teile der AfD-Führung im Bereich des Nationalsozialismus verortete, verblüffte er am Wahlabend mit einer eigenen Interpretation von Verlusten und Gewinnen. So verkaufte der Korrespondent das Debakel der CDU – die satte 19,9 Prozentpunkte verlor – als Versuch der Wähler, über Stimmen für SPD und Grüne die AfD zu schwächen. Dass die beiden linken Parteien zusammen magere 3,9 Prozent dazugewannen, schien die steile These kaum zu stören. Hafenecker Spott folgte auf dem Fuß: „Diese Mathematik-Künste des Herrn Pfeifer genügen vielleicht fürs Stimmenzählen auf einem SPÖ-Parteitag, mit einer politischen Analyse haben sie jedoch nichts zu tun.“

Seitenhiebe gegen Parteien und FPÖ-Chef Kickl

Die Zuteilung von Haltungs-Noten zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. BSW-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht wurde vom Korrespondenten als „irrlichternde Politikerin“ abgekanzelt, während AfD-Wahlsieger Ulrich Siegmund spitzfindig als „Charmeur“ tituliert wurde – nur um im selben Atemzug anzufügen, dass FPÖ-Chef Herbert Kickl eben keiner sei. Dass die Übertragungsleitung nach Deutschland im Laufe der Sendung immer wieder ins Stocken geriet und Sätze im Äther verschwanden, kommentierte die FPÖ trocken: Für die Technik des Hauses sei das zwar kein Ruhmesblatt, angesichts des Inhalts aber fast schon ein Segen.

FPÖ verlangt Aus für die Zwangsgebühren

Für die Freiheitlichen offenbart der Abend das tiefsitzende Systemproblem des öffentlich-rechtlichen Mediums. Hafenecker brachte die Kritik auf den Punkt: „Die ORF-Information muss endlich das machen, was sie machen soll: Menschen objektiv und neutral zu informieren. Am Sonntag hat sie das nicht gemacht.“ Die Forderung der FPÖ liegt damit auf dem Tisch: Ein grundlegender Umbruch im Sender, die Rückkehr zu sauberer Nachrichtengebung und das endgültige Ende der ungeliebten Zwangsgebühren.

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