Zweiundvierzig Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben in Sachsen-Anhalt die AfD gewählt. Die CDU kommt in derselben Altersgruppe auf fünf Prozent. Das ist der härteste Befund der Nachwahlbefragung von Infratest dimap zur Landtagswahl.
Die Zahlen, die wehtun
Laut Infratest dimap folgt hinter der AfD bei den 18- bis 24-Jährigen Die Linke mit 17 bis 18 Prozent, danach die Grünen mit 13 Prozent. SPD und BSW bleiben weit abgeschlagen. Die Reihenfolge ist eindeutig: Die AfD gewinnt die junge Altersgruppe mit Abstand, die etablierten Regierungsparteien verlieren sie.
Bei den 25- bis 34-Jährigen bleibt das Bild ähnlich. Die AfD liegt erneut klar vorn, die CDU dümpelt bei sechs Prozent. Erst bei den über 70-Jährigen rücken Union und AfD auf Augenhöhe. Die Jugend hat sich entschieden – und nicht für den Apparat in Magdeburg.
Siegmund holt die Jungen, Schulze verliert sie
Der 35-jährige Ulrich Siegmund aus Tangermünde hat den Wahlkampf bewusst über soziale Medien und direkte Auftritte geführt. Die FAZ berichtet, dass 39 Prozent der AfD-Wähler angaben, sich seinetwegen für die Partei entschieden zu haben. Das zahlte sich nach dieser Analyse vor allem in den jungen Wählergruppen aus.
Sven Schulze (CDU) konnte diesen Sog nicht erzeugen. Die Nachwahlzahlen zeigen das Ergebnis: Bei denen, die gerade erst wählen dürfen, bleibt von der Regierungspartei fast nichts übrig. Siegmund sagte am Wahlabend im MDR:
Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben(…)Es kann so nicht weitergehen. Wir brauchen eine grundsätzliche politische Wende in diesem Land.
Zwei Jugendwelten, ein Signal
Bei der inoffiziellen U18-Wahl lag Die Linke vorn, die AfD folgte auf Platz zwei. Bei den tatsächlich stimmberechtigten 18- bis 24-Jährigen dreht sich das Bild. Die AfD wird stärkste Kraft, die Union fällt durch. Wer die Jugend noch als festes Reservoir linker und grüner Milieus verbucht, muss diese Zahlen zur Kenntnis nehmen.
