Jedes zweite Kind in Wien startet mit einem Sprachproblem ins Schulleben: Bei den Schulanfängern in der rot-pink regierten Hauptstadt in der nullten und ersten Schulstufe wurden im Schuljahr 2025/26 bereits 50,9 Prozent wegen unzureichender Deutschkenntnisse außerordentlich geführt. Das geht aus dem aktuellen Factsheet „Schule und Integration 2026“ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) hervor.
Deutschproblem beginnt schon am Schuleingang
Die Zahl ist deshalb alarmierend, weil sie nicht Jugendliche am Ende ihrer Pflichtschulzeit betrifft, sondern Kinder am Beginn ihrer Schullaufbahn. Mehr als die Hälfte der erfassten Wiener Schulanfänger befindet sich damit in einer Situation, in der die Deutschkenntnisse für die reguläre Einstufung offenbar nicht ausreichen. Der ÖIF weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Kinder aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse außerordentlich geführt werden.
Das Problem bleibt zudem nicht auf diese Altersgruppe beschränkt. Im Schuljahr 2024/25 waren österreichweit 50.813 Schüler außerordentliche Schüler, was 4,4 Prozent aller Schüler entsprach. Wien lag mit 7,8 Prozent deutlich darüber. Besonders hoch war der Anteil an Wiener Volksschulen: Dort wurden 19,6 Prozent der Schüler außerordentlich geführt.
Wien fällt bei Sprachproblemen besonders auf
Die Zahlen fügen sich in ein größeres Bild. Im Schuljahr 2024/25 hatten österreichweit 26,0 Prozent der Schüler eine nicht-deutsche Umgangssprache. Wien lag mit 48,9 Prozent an der Spitze aller Bundesländer. Damit hatte in der Bundeshauptstadt beinahe jedes zweite Schulkind eine andere Umgangssprache als Deutsch.
Der ÖIF verweist auch auf die Ergebnisse der Individuellen Kompetenzmessung PLUS: Schüler mit Deutsch als Erstsprache erzielten am Ende der Primarstufe in Mathematik sowie bei den Deutschkompetenzen bessere Ergebnisse.
