Laut Umfragen hat das österreichische Volk kein Vertrauen mehr zu SPÖ-Chef Andreas Babler, der seine Partei in ein historisches Tief führte. Und kaum ein Tag vergeht, an dem die Kronen Zeitung nicht versucht, den unpopulären Vizekanzler wegzuschreiben. Allerdings mit widersprüchlichen Artikeln.Â
“In der SPÖ könnte es schnell gehen”
Liest man den Kommentar des Innenpolitik-Experten Claus Pándi mit dem Titel „In der SPÖ könnte es schnell gehen“, bekommt man den Eindruck, dass Babler eigentlich schon Geschichte ist. Demnach soll in der SPÖ, aber auch in der ÖVP, die Zahl der Funktionäre wachsen, die in kaum verschleierter Heimlichkeit einen Wechsel an der Spitze ihrer Parteien herbeiintegrieren sollen. Bei der SPÖ, so Pándi, sehe es aber nun doch so aus, als könnte es auf einmal schnell gehen. In seiner Analyse nennt er Gerhard Zeiler als Nachfolger von Babler an der Spitze der Genossen. Wenig schmeichelhaft schreibt er:
Der ehemalige Parteisekretär und als langjähriger TV-Manager zu erheblichem Wohlstand gekommene Gerhard Zeiler soll seinem Traum, in Kreiskys Fußstapfen treten zu können, im x-ten Anlauf nun so nahe sein wie nie zuvor.Â
“Deadline” wenn Babler nur noch 15 Prozent hat
Ob es wirklich so schnell mit dem Wechsel an der SPÖ-Spitze geht, wie es sich Claus Pándi vorstellt, ist aber mehr als fraglich. Denn im Krone-Artikel mit dem Titel „Erste Geheimgipfel zwischen Landeschef und Zeiler“ kommt der Autor Nikolaus Frings zu einer anderen Analyse. Er berichtet von einem Abendessen zwischen dem Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) und Gerhard Zeiler im Juni, „das beiden wohl kulinarisch wie inhaltlich gemundet haben dürfte“.Â
In diesem Bericht schreibt Frings aber auch, dass Fellner noch offen ließ, wer die SPÖ als Spitzenkandidat in die nächste Nationalratswahl führen werde. Fellner gibt Babler sogar eine Schonfrist, wie die Krone berichtet: „Sollten die Umfragen die SPÖ auch kurz vor einer Nationalratswahl bei 15 Prozent sehen, wäre das für Fellner die Deadline“.Â
