Gerald Hauser

FPÖ-EU-Mandatar Gerald Hauser sieht sich in seinen Warnungen bestätigt und will weiter nachhaken.

31. August 2026 / 10:54 Uhr

Windkraft unter Beschuss: EU-Forschung befeuert Hausers Kritik

Die Windkraft gerät erneut ins Visier des freiheitlichen EU-Abgeordneten Gerald Hauser. Anlass ist eine Antwort der EU-Kommission auf seine Anfrage zu Kunststoffemissionen von Windkraftanlagen. Die Antworten bestätigen seine Warnungen vor Mikroplastik und möglichen Gesundheits- und Umweltrisiken.

EU-Kommission verweist auf weitere Forschung

Tatsächlich beschäftigt sich die EU seit Längerem mit den möglichen Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik auf Umwelt und Gesundheit. Im Rahmen von „Horizon Europe“ wurde 2025 eine Forschungsförderung ausgeschrieben, die ausdrücklich die möglichen gesundheitlichen Folgen von Mikro- und Nanoplastik untersuchen soll. Die Kommission verweist dabei auf bestehende Wissenslücken und weiteren Forschungsbedarf.

Auch die Umweltfolgen von Offshore-Windenergie sind Gegenstand eines eigenen Horizon-Europe-Themas. Für 2026 lautet der entsprechende Forschungsschwerpunkt „Understand and minimise the environmental impacts of offshore wind energy“. Untersucht werden sollen dabei unter anderem die Auswirkungen von Offshore-Windanlagen auf die Umwelt.

Hauser wertet die Antwort als Bestätigung seiner Kritik. „Brüssel bestreitet die Verseuchung der Umwelt durch Mikroplastik aus Windrädern nicht!“, erklärte der freiheitliche EU-Abgeordnete. Gleichzeitig kritisierte er, die Kommission nenne keine konkreten Zahlen und versuche, die Problematik „wieder zu verharmlosen“.

Brisante Zahl von 62 Kilogramm

Besonders umstritten ist die Frage, wie viel Material durch den Verschleiß von Rotorblättern tatsächlich in die Umwelt gelangt. Hauser verweist auf eine norwegische Untersuchung aus dem Jahr 2021, die für bestimmte Windkraftanlagen eine jährliche Emission von bis zu 62 Kilogramm pro Turbine errechnete. Hauser erklärte:

Pro Windrad und Jahr werden laut dieser Studie bis zu 62 Kilogramm Mikroplastik in die Umwelt abgegeben. Das ist giftig für die Natur und darf nicht großflächig geschehen!

Die Zahl ist damit Bestandteil der politischen Argumentation des FPÖ-Abgeordneten. Wie hoch die tatsächlichen Emissionen unter unterschiedlichen Bedingungen ausfallen, ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion und weiterer Forschung.

Hauser will weiter nachhaken

Hauser sieht in der Antwort der Kommission dennoch einen politischen Wendepunkt. „Die Antwort der EU-Kommission ist wohl ein echter Gamechanger“, sagte er. Die EU stelle Geld für weitere Forschung zu den Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik sowie zu den Umweltfolgen von Offshore-Windanlagen bereit.

Daraus leitet Hauser weitreichende Konsequenzen ab. „Diese offizielle Anfragebeantwortung ist für mich der Todesstoß für die Windenergie in der EU“, meinte der Freiheitliche. Gleichzeitig kündigte er eine Folgeanfrage an. Ihn interessiert insbesondere, warum mögliche Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Umwelt und Gesundheit im Rahmen der genannten EU-Forschung untersucht werden, während er eine entsprechende Untersuchung für Windkraftanlagen an Land vermisst. Hauser will nicht lockerlassen: „Denn das Thema nimmt gerade erst richtig Fahrt auf.“

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