Der Tiroler ÖVP-Chef und Landeshauptmann Anton Mattle will ein Jahr vor der Landtagswahl plötzlich mit Parteichef und Kanzler Christian Stocker nichts mehr zu tun haben.
Umfragen machen Mattle nervös
Die ÖVP-Revolte kommt nicht von ungefähr: Schließlich ist die FPÖ mit der ÖVP laut Umfragen in Tirol gleichauf – und wenn Stocker weiterhin an der Verlierer-Ampel in Wien festhält, könnte der Landeshauptmann in Tirol erstmals in der Geschichte ein Freiheitlicher sein.
Unmut über ÖVP in einem Brief an Tiroler
In einem verzweifelten Brief an die Tiroler Bevölkerung, über den auch die Tiroler Tageszeitung berichtete, distanziert sich Mattle von der Bundes-ÖVP und kündigte ein eigenes Grundsatzprogramm an, das am 7. November bei einem Parteitag der Tiroler ÖVP beschlossen werden soll. Zudem lässt Mattle seinen Unmut über die Schwarzen in Wien freien Lauf.
Ausdünnung des ländlichen Raums
Ein Dorn im Auge sind Mattle die Zentralisierung der Gesundheitskasse und die Ausdünnung des ländlichen Raums. Dass diese Entwicklungen großteils von der Bundes-ÖVP mitgetragen werden, könne er nicht nachvollziehen. Auch an der Vorschriften-Flut mit mehr als 50.000 Normen und Regelungen übte Mattle heftige Kritik.Â
Leute werden für dumm verkauft
„Das ist lächerlich. Jahrelang trägt die Tiroler ÖVP unter Mattles Führung alles brav und widerspruchslos mit, und ein Jahr vor der Landtagswahl erfolgt plötzlich die Kindesweglegung“, reagierte der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger auf die Schubumkehr von Mattle. Die ÖVP versuche wieder einmal, so Abwerzger, die Leute für dumm zu verkaufen.Â
