Die Wiener FPÖ-Frauensprecherin Lisa Frühmesser-Götschober schlägt Alarm: Rund 200 Mädchen sollen laut Schätzungen jährlich von Zwangsehe bedroht sein. Von Rot-Pink fordert sie mehr Schutz und konsequentes Vorgehen gegen Zwangsehen.
„Lehrer können nicht die Versäumnisse einer gescheiterten Integrationspolitik auffangen.“
Bereits zu Beginn der Sommerferien hatte die Bildungsdirektion Wien Lehrer vor der möglichen Zwangsverheiratung von Schülerinnen zur Urlaubszeit gewarnt. Für die Wiener FPÖ-Frauensprecherin Lisa Frühmesser-Götschober zeigt sich daran das Scheitern des bisherigen Integrationskurses:
Wenn die Bildungsdirektion Wiener Lehrer eigens davor warnen muss, dass Schülerinnen während der Ferien zwangsverheiratet werden könnten, muss die Stadt endlich die Ursachen konsequent bekämpfen. Lehrer können nicht die Versäumnisse einer gescheiterten Integrationspolitik auffangen.
Erschreckende Dunkelziffer: Bis zu 200 Mädchen von Zwangsehe bedroht
Zwangsehen sind in Österreich verboten. Dennoch geht Frühmesser-Götschober von einer erschreckenden Dunkelziffer aus. Schätzungen zufolge werden jedes Jahr rund 200 Mädchen zur Ehe gezwungen. Dies geschieht häufig im Zuge einer Reise in das Herkunftsland der Familie.
Dem stehe für das gesamte Jahr 2025 lediglich eine Verurteilung wegen Zwangsehe gegenüber. „Diese enorme Diskrepanz muss uns wachrütteln. Zwangsehe ist keine familiäre Angelegenheit und schon gar keine kulturelle Besonderheit, sondern Gewalt und ein massiver Eingriff in die Freiheit und Selbstbestimmung von Frauen“, stellt die FPÖ-Abgeordnete klar. Nun fordert sie von Rot-Pink, bei Prävention und Schutz nachzubessern. Bei Verdachtsfällen brauche es dazu klare Zuständigkeiten, einen leichteren Zugang zu Beratung und Schutz sowie eine konsequente Strafverfolgung der Täter.
FPÖ prangert politisches Wegsehen an
Die Kritik von Frühmesser-Götschober richtet sich damit ausdrücklich an die rot-pinke Stadtregierung. Der Wiener Integrationspolitik wirft sie jahrelanges Wegsehen vor und warnt vor Parallelgesellschaften, in denen die Rechtsordnung und Frauenrechte missachtet würden. „Frauenrechte sind nicht verhandelbar.“ Und weiter: „Religiöse, kulturelle oder familiäre Traditionen können niemals eine Rechtfertigung dafür sein, Mädchen und Frauen ihre Freiheit zu nehmen.“.
