Die Zahl der neuen “Österreicher” steigt kräftig: Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Statistik Austria 13.700 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Das sind um 2.035 Einbürgerungen beziehungsweise 17 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Syrer bilden größte Gruppe
Besonders auffällig ist der Blick auf die Herkunft der neuen Staatsbürger. Von den 9.750 Eingebürgerten, die in Österreich wohnen, kamen 2.319 aus Syrien. Damit stellten Syrer mit 24 Prozent die mit Abstand größte Gruppe. Dahinter folgten Türken mit 1.058 Personen beziehungsweise elf Prozent und Afghanen mit 968 Personen beziehungsweise zehn Prozent.
Zusammen kamen damit allein aus Syrien, der Türkei und Afghanistan 4.345 Migranten, die im ersten Halbjahr in Österreich eingebürgert wurden. Ergänzt man Bosnien und Herzegowina sowie den Iran, entfielen auf die fünf häufigsten Herkunftsstaaten sogar 53 Prozent der Einbürgerungen von Personen mit Wohnsitz in Österreich.
Einbürgerungen im Inland schießen nach oben
Noch deutlicher fällt der Anstieg bei jenen aus, die tatsächlich in Österreich leben. Ihre Zahl wuchs gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 34 Prozent auf 9.750. Die Statistik Austria verweist dabei insbesondere auf Einbürgerungen nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz: Diese stiegen auf 4.829 Personen und damit um 32 Prozent.
Auch bei Ehepartnern und Kindern gab es einen starken Zuwachs. Hier lag das Plus bei 55 Prozent. Insgesamt hatten 9.696 der Eingebürgerten, also 71 Prozent, einen Rechtsanspruch auf die Staatsbürgerschaft.
Wien und Niederösterreich mit kräftigem Plus
Der Einbürgerungsanstieg macht sich auch regional bemerkbar. Besonders stark legten Kärnten und Wien zu. In Kärnten stieg die Zahl um 93 Prozent auf 418 Personen, in Wien um 60 Prozent auf 3.333. Niederösterreich verzeichnete ein Plus von 45 Prozent auf 1.871 Einbürgerungen.
Auch Vorarlberg, die Steiermark und Tirol meldeten deutlich mehr Einbürgerungen als im ersten Halbjahr 2025. Lediglich in Oberösterreich ging die Zahl zurück – dort wurden 16 Prozent weniger Menschen eingebürgert.
Fast ein Drittel sind Minderjährige
Ein genauerer Blick auf die neuen Staatsbürger zeigt zudem: 4.429 waren unter 18 Jahre alt. Das entspricht 32 Prozent. 3.080 Personen beziehungsweise 22 Prozent wurden sogar in Österreich geboren. Frauen machten mit 6.692 Personen knapp die Hälfte der Eingebürgerten aus.
Auch im Ausland werden Tausende eingebürgert
Von den insgesamt 13.700 neuen “Österreichern” hatten 3.950 ihren Wohnsitz im Ausland. Ein wesentlicher Teil davon entfällt auf Nachkommen politisch Verfolgter des Nationalsozialismus. Im ersten Halbjahr erhielten vier politisch Verfolgte selbst und 3.923 ihrer Nachkommen die österreichische Staatsbürgerschaft.
Diese Gruppe lebt fast vollständig außerhalb Österreichs. Die meisten kamen aus Israel, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Statistik Austria weist ausdrücklich darauf hin, dass die seit September 2020 bestehende Möglichkeit der Einbürgerung von Nachkommen politisch Verfolgter zu einem starken Anstieg der Einbürgerungen von im Ausland lebenden Personen geführt hat.
Auch 2025 waren die Einbürgerungen in Österreich kräftig gestiegen. Nun legt die Zahl im ersten Halbjahr 2026 erneut um 17 Prozent zu.
