Für seinen Skandal-Sager, dass Kinderbetreuung „keine Arbeit“ wäre, hat sich ÖVP-Kanzler Christian Stocker inzwischen einigermaßen halbherzig entschuldigt – dass das nicht ernst gemeint ist, zeigt nach Meinung der Freiheitlichen die Reaktion des niederösterreichischen ÖVP-Landesgeschäftsführers Matthias Zauner, der den Fehltritt des Kanzlers ausgerechnet mit FPÖ-Obmann Herbert Kickl in Verbindung bringt.
Keine Distanzierung aus Niederösterreich
Zauner warf der FPÖ in einer Aussendung vor, sich gesellschaftspolitisch zurückzuentwickeln: Die Kickl-FPÖ wolle „offenbar zurück ins gesellschaftspolitische Mittelalter: Frauen zurück an den Herd, eine Herdprämie als Familienpolitik und ein Parteichef, der sich die ‚gsunde Watschn‘ im Klassenzimmer zurückwünscht“, fantasierte er. Während die FPÖ mit einem „Kurs ‚Zurück-in-die-Steinzeit‘“ agiere, setze Niederösterreich auf „moderne Familienpolitik und echte Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung“.
Nicht Kickl, sondern Stocker verantwortlich
Das wiederum wollen die Blauen nicht gelten lassen – Bundesparteisprecherin Lisa Schuch-Gubik stellt nun klar: „Nicht Herbert Kickl ist für den Skandal-Sager des Kanzlers verantwortlich, sondern einzig und allein Stocker selbst, Herr Zauner“, so die Nationalratsabgeordnete, die die Entschuldigung Stockers als nicht ernst gemeint bezeichnet.
Zugleich verteidigt sie die Leistungen von Eltern in der Kinderbetreuung: „Kinderbetreuung ist echte Arbeit – und noch viel mehr als das: Sie ist eine riesengroße, aber wunderschöne Herausforderung.“ Die von Zauner behauptete „Rückwärtsrolle“ sieht Schuch-Gubik vielmehr bei der ÖVP, während die FPÖ mit Kickl „seit Jahren an der Seite der Österreicher im Vorwärtsgang unterwegs“ sei.
