Der CDU-Politiker Jens Spahn ist „Vater“ geworden – über eine Leihmutter in den USA. Da Leihmutterschaften in Deutschland aus guten Gründen verboten sind und sich sowohl die CDU/CSU als auch Spahn selbst immer entschieden dagegen ausgesprochen haben, ist Spahn inzwischen als Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag zurückgetreten. Wegen dieses und ähnlicher Fälle will FPÖ-EU-Mandatar Gerald Hauser jetzt wissen, wie man in Brüssel zu dem Thema steht.
Leihmutterschaft macht Kinder zu Wunschobjekten
Hauser warnte vor medizinischen, psychischen, ethischen und rechtlichen Folgen. Leihmutterschaft sei kein modernes Familienmodell, sondern ein hochkomplexer medizinischer Eingriff mit erheblichen körperlichen, psychischen, ethischen und rechtlichen Risiken. Frauen würden auf ihre biologische Funktion reduziert und Kinder zu bestellten Wunschobjekten, erklärte er.
CDU-Politiker „kaufen“ sich Kinder
Zugleich warf er führenden CDU-Politikern Doppelmoral vor. Obwohl die Partei Leihmutterschaft offiziell ablehne, haben laut Medienberichten neben Spahn auch der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck (ebenfalls CDU) Kinder durch Leihmutterschaften in den USA bekommen – Hausers klares Fazit: „Das ist an Heuchelei kaum noch zu überbieten.“
EU-Kommission muss Stellung nehmen
Hauser verwies zudem auf die Kritik internationaler Organisationen und forderte ein konsequentes Vorgehen gegen grenzüberschreitende Leihmutterschaften. Dazu richtete er eine parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission. Er will wissen, wie die Kommission die medizinischen, psychischen, ethischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Folgen der Leihmutterschaft beurteilt.
Schluss mit der Doppelmoral
Was Hauser verlangt: ein klares Signal aus Brüssel. „Wer Menschenhandel bekämpfen will, darf bei Leihmutterschaften nicht wegsehen. Frauen dürfen nicht zu Gebärmaschinen degradiert und Kinder nicht zur Ware werden. Schluss mit der Doppelmoral – die Würde von Frauen und Kindern muss endlich über den Wünschen einer privilegierten politischen Elite stehen.“
