Nach einem Jahr Amtszeit zog Volksanwalt Christoph Luisser Bilanz. Seit 1. Juli 2025 bearbeitete er 5.797 Beschwerden. Dabei ging ihm besonders der Fall rund um die kleine Sophie (13) aus dem Bezirk Wiener Neustadt unter die Haut.
Nach COVID-Infektion erkrankt
Die Schülerin erkrankte nach einer COVID-Infektion schwer und ist seitdem bettlägerig. Vier Jahre lang konnte Sophie während des Heimunterrichts (ein Lehrer kam zu ihr) die Prüfungen schreiben. Nunmehr hätte sie trotz einer attestierten Transportunfähigkeit hierfür plötzlich in die Schule kommen müssen. Vom Gegenstand „Digitale Grundbildung“ ist sie wegen der krankheitsbedingten Licht- und Geräuschempfindlichkeit hingegen befreit. Luisser sagte gegenüber unzensuriert:
Einem schwerkranken Kind wird der einzige Halt im Leben genommen. Zwischenzeitlich konnten wir eine Notlösung für Sophie erreichen. Die Ablegung sämtlicher Prüfungen in digitaler Form ist für uns ein Etappensieg, jedoch keine zufriedenstellende Lösung. Ich werde an Sophies Seite weiterkämpfen, bis der ursprüngliche Präsenzheimunterricht wieder hergestellt wird.
1.019 Beschwerden stellten sich als berechtigt heraus
Der Fall “Sophie” ist nur einer von insgesamt 5.797 Beschwerden, die den Volksanwalt in einem Jahr erreicht haben. 1.019 davon stellten sich als berechtigt heraus. In vielen Bereichen konnte ein Umdenken bei den Behörden erwirkt werden. „Es ist mir ein großes Anliegen, mit gespitzten Ohren hinzuhören, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen und den Behörden genau auf die Finger zu schauen. Die hohe Zahl eingelangter Beschwerden bestätigt, dass aus Sicht der Bevölkerung der Verwaltungsapparat nicht immer korrekt handelt“, sagte Luisser.
