Der sogenannte Miniwarenkorb, der den wöchentlichen Einkauf abbildet, wurde um 5,8 Prozent teurer.

17. Juni 2026 / 13:52 Uhr

Inflation zieht wieder an: Flugtickets und Sprit treiben Teuerung auf 3,7 Prozent

Die Inflation in Österreich ist im Mai 2026 auf 3,7 Prozent gestiegen, nachdem sie im April noch bei 3,4 Prozent gelegen hatte. Damit wurden die Ergebnisse der Schnellschätzung von Anfang Juni exakt bestätigt.

Preisexplosion bei Flugtickets

Im Vergleich zum Vormonat April kletterte das durchschnittliche Preisniveau minimal um 0,1 Prozent nach oben. Für den erneuten Preisschub im Jahresabstand war vor allem der Dienstleistungssektor verantwortlich, allen voran der Luftverkehr. Die Preise für Flugtickets schossen im Mai um 13,8 Prozent in die Höhe, nachdem sie im April noch rückläufig gewesen waren. Wie massiv dieser Effekt war, zeigt eine Kontrollrechnung der Statistik Austria: Ohne die Preisentwicklung bei den Flugtickets hätte die Inflationsrate bei 3,5 Prozent gelegen.


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Auch Spritpreise treiben Inflation

Insgesamt entwickelte sich der Bereich Verkehr mit einem durchschnittlichen Plus von 8,8 Prozent zum bedeutendsten Preistreiber im Jahresvergleich. Neben den Flügen blieb der Preisdruck an den Zapfsäulen extrem hoch: Dieseltreibstoff verteuerte sich um 30,7 Prozent, Superbenzin um 21,3. Auch die Kosten für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe blieben mit einem Plus von 3,3 Prozent ein wesentlicher Inflationstreiber. Hauptverantwortlich dafür waren die Wohnungsmieten, die im Schnitt um 5,1 Prozent zulegten. Wer mit Öl heizt, musste ebenfalls tief in die Tasche greifen, da Heizöl extra leicht im Mai um 53,7 Prozent teurer war als noch ein Jahr zuvor, wenngleich der Preisdruck im Vergleich zum April etwas nachließ. Für zusätzliche Belastungen sorgten auch die Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen mit einem Anstieg von 4,7 Prozent sowie der Gesundheitsbereich mit einem Plus von 4,4 Prozent, getrieben insbesondere durch teurere ambulante Gesundheitsdienstleistungen.

Strom wurde deutlich günstiger

Spürbare Entlastung gab es hingegen beim Strom, dessen Gesamtkosten im Jahresvergleich um 10,3 Prozent sanken. Hier wirkten die seit Jahresbeginn aktiven Reduzierungen der Elektrizitätsabgabe sowie des Erneuerbaren-Förderbeitrags preisdämpfend. Zudem sorgten ab April die Einführung eines Sozialtarifs für von der ORF-Gebühr befreite Haushalte sowie der neue Sommer-Netztarif, der ein um 20 Prozent reduziertes Netzentgelt am Nachmittag vorsieht, für zusätzliche Dämpfungseffekte. Neben den Stromkosten zeigten sich auch Mobiltelefonie mit einem Minus von 12,3 Prozent und Flugpauschalreisen mit einem leichten Rückgang von 0,3 Prozent als spürbare Preisdämpfer im Jahresvergleich.

Teuerung bei Lebensmittel unter Gesamtinflation

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf die unterschiedlichen Konsumgewohnheiten, die sich in den verschiedenen Warenkörben widerspiegeln. Der Mikrowarenkorb, der den täglichen Einkauf abbildet und überwiegend Nahrungsmittel, Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält, stieg im Jahresabstand nur um 0,5 Prozent. Die Teuerung bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken war mit durchschnittlich 2,2 Prozent deutlich geringer als die Gesamtinflation.

Miniwarenkorb um knapp sechs Prozent teurer

Während sich Produkte wie Zucker und Süßwaren um 3,4 Prozent sowie Obst um 5,2 Prozent verteuerten , wurden Speisefette und -öle um 9,8 Prozent sowie Butter sogar um 19,5 Prozent erheblich billiger. Ganz anders verhielt es sich beim Miniwarenkorb, der den wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Lebensmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält. Dieser Korb schoss im Jahresvergleich um 5,8 Prozent nach oben.

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