Neos-Staatssekretär Josef Schellhorn versucht sich jetzt als Schriftsteller: Er hat angekündigt, ein Buch über seine Zeit in der Politik zu schreiben. Dass der hochbezahlte Politiker dafür Zeit hat, sorgt für Verwunderung. Auch der Name des Buchs irritiert.
„Kann man eigentlich nicht erfinden“
240.000 Euro bekommt Schellhorn jährlich für seine bisher weitgehend erfolglose Arbeit als Deregulierungs-Staatssekretär. Trotz der zahlreichen Aufgaben findet er also die Muse, seine Erfahrungen niederzuschreiben – das könne man „eigentlich nicht erfinden“, kommentierte deshalb auch FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz das Werk, das den Titel „Tu es nicht!“ tragen soll.
Bemerkenswerter Buchtitel als Schellhorns Arbeitsmotto
Anscheinend sei „Tu es nicht!“ nicht nur der Titel von Schellhorns Buch, sondern auch dessen Arbeitsmotto. Anders sei es nicht zu erklären, dass von mehr als 100 angekündigten Deregulierungsmaßnahmen erst lächerliche 14 umgesetzt worden seien – darunter „große Würfe“ wie das Streichen einer Faxnummer. Das sei keine Politik, sondern „bezahlte Arbeitsverweigerung auf Kosten der Bürger!“, empörte sich Schnedlitz. Schellhorn beweise „damit eindrucksvoll die völlige Nutzlosigkeit seines eigenen Regierungspostens“.
Schellhorn solle zurücktreten und dann das Buch “Sepp – der Rücktritt, außer Spesen nichts gewesen” schreiben, sagt FPÖ-Chef Herbert Kickl auf seiner Facebook-Seite.
Österreicher leiden, Schellhorn jammert
Schnedlitz kritisierte den Neos-Mann scharf für sein Selbstmitleid und sein Wehklagen über politische Kritik. Während die Österreicher unter Rekordteuerung ächzten, die Wirtschaft taumele und die Belastung durch die falsche Politik der Verlierer-Koalition ins Unermessliche steige, jammere Schellhorn nur über Kritik und bade in Selbstmitleid.
Bürger haben kein Verständnis für Politiker-Selbstmitleid
Schnedlitz monierte, wenn Schellhorn mit dem politischen Druck nicht umgehen könne, hätte er den Rat seines eigenen Buchtitels beherzigen und diesen hochbezahlten Posten gar nicht erst annehmen sollen. Denn die Bürger hätten kein Verständnis für das Wehklagen eines abgehobenen Systempolitikers, der im Luxus-Audi mit mehr Beinfreiheit durch die Gegend fahre und für sein Versagen auch noch fürstlich entlohnt werde, aber überhaupt nichts zusammenbringe.
Schellhorn als Staatssekretär überflüssig
Schnedlitz hat eine klare Forderung an den Staatssekretär: Schellhorn solle seine literarischen Ambitionen sofort beenden und endlich die Arbeit machen, für die er bezahlt werde. Wenn er dazu nicht in der Lage oder willens sei, solle er seinen Sessel umgehend räumen:
Schellhorn ist als Staatssekretär überflüssig. Er soll den Österreichern nicht länger auf der Tasche liegen und über die eigene Befindlichkeit lamentieren.

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