In Niederösterreich hat am gestrigen Sonntag eine Kammerwahl stattgefunden, die nach knapp drei Jahrzehnten historische Bedeutung erlangt hat: Die Freiheitlichen sind mit vier Mandaten wieder in die Landarbeiterkammer eingezogen. Spitzenkandidat Herbert Kammerhofer sprach von einem „klaren Signal für Veränderung” und wertete das Ergebnis als Beginn einer „rot-weiß-roten Wende”.
ÖVP behauptet die Führung, doch FPÖ holt auf
Die NÖAAB/FCG-Liste der ÖVP verteidigte ihre Mehrheit und geht mit 33 Mandaten aus der Wahl hervor. Mit rund 80 Prozent der Stimmen bleibt die Volkspartei zwar Nummer eins, hat aber einen Sitz verloren. Die SPÖ-Liste FSG-LAK musste hingegen deutliche Verluste hinnehmen und schrumpft von ursprünglich sechs auf nur noch drei Mandate. Mit 8,71 Prozent rutscht die Sozialdemokratie damit auf Platz drei ab.
Die FPÖ-LAK-Liste 3 erzielte 10,08 Prozent der Stimmen und krönt damit den erfolgreichen Wiedereinzug nach jahrzehntelanger Abwesenheit. Die Freiheitlichen sind damit die neue zweitstärkste Kraft in der Vollversammlung der Niederösterreichischen Landarbeiterkammer.
Schwache Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung lag bei nur 39,12 Prozent. Von mehr als 21.000 wahlberechtigten Land- und Forstarbeitenden in Niederösterreich hat demnach weniger als die Hälfte von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Insgesamt sind 40 Mandate in der Vollversammlung zu vergeben.
Schutz, Löhne und weniger Bürokratie
Im Zentrum des freiheitlichen Wahlkampfes standen konkrete Themen, die die Interessen der Landarbeiter zu lange vernachlässigt hatten. Der Schutz heimischer Arbeitsplätze, faire Löhne und der Kampf gegen überbordende Bürokratie bildeten das Fundament der Kampagne. Darüber hinaus kritisierte die FPÖ Billigimporte aus der Ukraine scharf und wandte sich gegen internationale Handelsabkommen wie Mercosur.
„Wir werden die verstaubten Strukturen aufbrechen”
Herbert Kammerhofer aus Purgstall führt die FPÖ-LAK-Liste an, vor Stefan Bauer und Franz Schaup. Nach der Wahl bezeichnete er das Ergebnis als erst den Anfang einer größeren Bewegung. „Wir werden die verstaubten Strukturen in der Landarbeiterkammer aufbrechen und den Arbeitnehmern in der Land- und Forstwirtschaft endlich eine starke patriotische Stimme geben”, sagte der Spitzenkandidat. „Unsere Heimat und unsere Arbeitsplätze stehen an erster Stelle.”

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