Angesichts der dramatischen Budgetlage soll nun auch dort gespart werden, wo ohnehin wenig vorhanden ist – bei den Universitäten. Das schadet langfristig der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft, der medizinischen Versorgung, den Studenten und dem wissenschaftlichen Personal.
Hochschulen bereits jetzt unter Druck
Für die 22 öffentlichen Universitäten stehen in der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode 2028 bis 2030 nach derzeit kursierenden Zahlen 15,5 Milliarden Euro im Raum, inklusive der Arztgehälter an den Unikliniken. In der laufenden Periode sind es 16,5 Milliarden Euro.
Die Universitätenkonferenz spricht von einem Bedarf von 18 Milliarden Euro und verweist auf zusätzlichen Finanzierungsdruck durch Inflation sowie bereits erfolgte Sparbeiträge.
„Offenbarungseid“ der Bundesregierung
Die Universitätenkonferenz (uniko) hat die geplanten Einsparungen scharf kritisiert. Nach Darstellung von uniko-Präsidentin Brigitte Hütter und weiteren Rektorinnen und Rektoren würde die Kürzung von 2,5 Milliarden Euro im Zeitraum 2027/28 bis 2029/30 für die Universitäten erhebliche Folgen für Personal, Studienqualität und Forschung haben.
Hütter sprach auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am heutigen Mittwoch von einem „Offenbarungseid“ der Bundesregierung. Der geplante Fehlbetrag treffe die Universitäten besonders hart, obwohl ihr Anteil am Gesamtbudget lediglich vier Prozent betrage. Laut uniko sei die Maßnahme umso schwerer zu verstehen, als auf EU-Ebene die Wissenschaftsbudgets ausgebaut würden.
Dramatische Auswirkungen auf Personal, Studium und Forschung
Die Universitäten verweisen darauf, dass eine Finanzierungslücke von 2,5 Milliarden Euro über drei Jahre im Schnitt rund 800 Millionen Euro pro Jahr entspreche. Nach ihren Berechnungen würde dies unter anderem den Personalstand deutlich senken, die Betreuungsverhältnisse verschlechtern und die Qualität des Studiums beeinträchtigen.
Arbeitsmarkt und Fachkräfte leiden
Auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt stehen im Fokus der Kritik. Sollte sich die Studiendauer infolge knapperer Ressourcen verlängern, würden Absolventen später in den Beruf einsteigen. Das könnte nach Angaben der uniko vor allem in Bereichen mit hohem Fachkräftebedarf problematisch werden.
Universitätsmedizin besonders betroffen
Besonders betroffen wäre aus Sicht der Universitäten auch die universitätsmedizinische Versorgung. Die vier Unikliniken in Wien, Graz, Linz und Innsbruck sind zentrale Pfeiler der Spitzenmedizin in Österreich. Einsparungen in der geplanten Größenordnung könnten dort zu einem massiven Leistungsabbau führen, warnte die uniko.
Regierung verweist auf laufende Verhandlungen
Die Regierung verweist darauf, dass die Budgetverhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. Aus dem Wissenschaftsressort von SPÖ-Ministerin Eva-Maria Holzleitner heißt es, man kämpfe weiterhin um ein solides Ergebnis.
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