Kaum wurde das Mercosur-Abkommen in Europa in Kraft gesetzt – wohl bemerkt ohne Zustimmung des EU-Parlaments – tauchte schon Rindfleisch aus Brasilien in den Geschäften auf, das mit in der EU verbotene Antibiotika und Wachstumshormone enthalten soll.
Die EU reagiert nun mit einem Importstopp für bestimmte Waren aus Brasilien – allerdings erst ab 3. September.
Leere Versprechungen
Vollmundig hatte die EU-Kommission erklärt, dass auch nach dem Start des Mercosur-Abkommens europäische Lebensmittelstandards gelten. Kommissionssprecherin Eva Hrncirova erklärte dazu: „Handelsabkommen ändern nicht unsere Regeln.“
Sowohl Produzenten innerhalb der EU als auch Exporteure aus Drittstaaten müssten die europäischen Vorgaben einhalten.
Schon vor Mercosur bekannt
Doch bei Kontrollen wurden rund 63 Tonnen importiertes Rindfleisch beanstandet. Deshalb hat der zuständige EU-Ausschuss Brasilien von jener Liste gestrichen, auf der Länder geführt werden, die die EU-Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit erfüllen.
Betroffen sind nach Angaben aus Brüssel unter anderem Rinder, Geflügel, Eier, Honig und weitere tierische Erzeugnisse. Lauter Produkte, vor deren Gefährdung schon vor dem Abkommen laut gewarnt wurde.
Gesundheitsgefahr für Verbraucher
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz spricht von einer Gesundheitsgefahr für Konsumenten und wirft der Volkspartei vor, mit ihrer Zustimmung zum Mercosur-Abkommen Bauern und Verbraucher im Stich gelassen zu haben:
Das gefährdet direkt die Gesundheit der Konsumenten und unsere Bundesregierung sieht tatenlos zu.
Kritik am Importstopp ab September
Besonders kritisiert die FPÖ, dass der Importstopp nicht sofort wirksam wird. Immerhin stehen die verwendeten Wachstumshormone in Verdacht, für Menschen krebserregend zu sein. Schnedlitz fordert von Gesundheits- und Konsumentenschutzministerin Korinna Schumann (SPÖ) sofortige nationale Maßnahmen.
Außerdem verlangt die FPÖ erneut eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel.

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