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Auf der Seite des Beutegreifers stehen Naturschützer und Städter, auf der Seite von Nutztieren, Almwirtschaft und Tourismus sind Landwirte, Jäger und Rechte.

Auf der Seite des Beutegreifers stehen Naturschützer und Städter, auf der Seite von Nutztieren, Almwirtschaft und Tourismus sind Landwirte, Jäger und Rechte.

Eklat um Wolfs-Aussagen: Landesjägermeister löst überfällige Debatte aus

Die Aussagen von Salzburgs Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof zum Umgang mit Wölfen sorgen für heftige Diskussionen und eine Grundsatzdebatte.

Auftrag aus der Verfassung

Auslöser ist ein Auftritt beim Grundeigentümertag im Vorarlberger Großen Walsertal, bei dem der 56-Jährige seine Haltung zum Raubtier darlegte.

Im Zentrum der Kritik stehen mehrere Aussagen, die inzwischen auch über ein veröffentlichtes Video öffentlich zugänglich sind. So erklärte Mayr-Melnhof, dass er einen Wolf „wenn er meine Schafe auch nur dumm anschaut“, umzulegen.

Zwei Welten prallen aufeinander

Die anwesenden Jäger und Grundeigentümer waren nicht nur amüsiert, sondern klatschten auch inhaltlich Beifall. Mayr-Melnhof bezog sich auf die Verfassung, die das Recht festhält, Leib, Leben und Vermögen zu schützen. Das gelte insbesondere auch gegenüber Beutegreifern.

Außerhalb der Veranstaltung formierte sich umgehend die Empörungsindustrie. Naturschutzorganisationen, die Wissenschaft und politische Vertreter stellten sich auf die Seite des Wolfes.

Entlarvung der NGOs

Diesen Organisationen warf der Landesjägermeister Doppelmoral vor. So seien auch Gämse geschützte Tiere, allerdings haben sie keine Lobby.

Nichtregierungsorganisationen (NGOs) verfolgten ein Geschäftsmodell. Der Wolf gehöre dem WWF, das ist dessen Geschäftsmodell, „die sitzen da drauf. Kauft um 50 Euro seinen Stoffwolf, spendet es dahin und ihr holt euch die Wildnis wieder ins Wohnzimmer und die Leute in den Städten fallen ja darauf hinein. Und dem Naturschutzbund gehören die Otter, die teilen sich das auf.“ Und weiter:

Und im Grunde hat niemand etwas davon, außer die, die wirklich gut davon leben.

Scharfe Kritik von Gutmenschen

WWF und Naturschutzbund widersprachen den Aussagen Mayr-Melnhofs entschieden. Sie wiesen den Vorwurf zurück, der Wolf sei Teil eines „Geschäftsmodells“, und betonten ihre gemeinnützige, wissenschaftlich fundierte Arbeit. Die Darstellung, man würde mit emotionalen Kampagnen Geld verdienen, sei nicht haltbar.

In der Kritik am Landesjägermeister zeigen sich die zwei Welten, die aufeinanderprallen. So erklärt der Verhaltensforscher Kurt Kotrschal das Abschießen eines Wolfes zu einem „Verbrechen“. Ein Landesjägermeister müsse sich der rechtlichen Lage bewusst sein und dürfe nicht den Eindruck erwecken, das Gesetz stehe zur Disposition. Wölfe seien auch nach Anpassungen des Schutzstatus weiterhin geschützte Tiere, deren Tötung strengen Regeln unterliege.

Grüne und blaue Position

Die Grünen kritisierten, dass sich der Landesjägermeister mit seinen Aussagen über den Rechtsstaat stelle. Unterschiedliche Meinungen zum Wolfsmanagement seien legitim, die Einhaltung der Gesetze jedoch unverzichtbar. Noch weiter ging der Wiener Tierschutzverein „Tierschutz Austria“, der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattete. In den Aussagen ortete man eine mögliche Aufforderung zu strafbaren Handlungen.

Gleichzeitig erhielt Mayr-Melnhof indirekt Unterstützung von der FPÖ, die seit längerem eine Lockerung des Schutzstatus und ein härteres Vorgehen gegen Wölfe fordert.

Verteidigung: „Ich stehe seit Jahren dazu“

Mayr-Melnhof selbst zeigte sich von der Aufregung unbeeindruckt. Er betonte, dass er seit Jahren dieselbe Position vertrete und diese auch weiterhin vertreten werde. Seine Aussagen seien kein Aufruf zum Gesetzesbruch gewesen, sondern Ausdruck seiner Sicht als Grundeigentümer und Almbauer.

Gegenüber Medien präzisierte er seine Haltung: Problemwölfe müssten konsequent entnommen werden. „Ich habe nichts gegen Wölfe, aber nur, wenn er keine Probleme macht. Wenn er Schafe reißt, gehört er erschossen“, so seine Position. Zudem fordert er strengere Regeln im Wolfsmanagement.

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