Überall dort, wo von den Österreichern zwangsweise Gebühren und Beiträge eingehoben werden, wird ungeniert abkassiert. Das ist nicht nur im ORF so, sondern – wie jetzt öffentlich wurde – vor allem auch in Wirtschaftskammer (WKO) und Arbeiterkammer (AK).
Nach Empörung kam alles zutage
Hätte es die Aufregung um die geplanten 4,2 Prozent Lohnerhöhung für die WKO-Mitarbeiter (diese soll nach allgemeiner Empörung nun erst im Juni 2026 erfolgen, unzensuriert berichtete) nicht gegeben, vieles bliebe im Dunkeln des Kammerstaats. Etwa die Supergage von WKO-Boss Harald Mahrer, der sich erst im Juli 2600 Euro zusätzlich genehmigte und jetzt zwölf Mal jährlich 15.158,60 Euro bekommt. Noch mehr streift die AK-Präsidentin Renate Anderl ein, nämlich 14.491,94 Euro – 14 mal jährlich.
Rechnunghof prüft Mehrfachbezüge
Ob es da noch Nebenverdienste gibt? Zumindest bei Mahrer ist bekannt, dass dieser als Aufsichtsrats-Präsident der Österreichischen Nationalbank im Vorjahr 88.000 Euro dazuverdiente. Man wundert sich, dass erst jetzt der Rechnungshof auf die Idee gekommen ist, diese Mehrfachbezüge zu prüfen. Verdacht: Die Höchstgrenze des Bezügebegrenzungsgesetzes könnte überschritten worden sein.
Wahre Lohnerhöhungs-Orgien in Bundesländern
Das ist noch lange nicht alles. Wahre Lohnerhöhungs-Orgien spielen sich in den Bundesländern ab. So genehmigen sich etwa die WKO-Präsidenten im Burgenland und der Steiermark Gehaltserhöhungen von sagenhaften 55 (!) Prozent, konkret von 6.977 auf 10.828 Euro, und in Niederösterreich um 51 Prozent von 9.302 auf 14.076 Euro monatlich brutto.
Jedes Maß verloren
Offenbar hat man im Kammerstaat wie auch im ORF jedes Maß verloren. Der Verlierer-Ampel stört diese fatale Optik offenbar nicht – warum auch? In der Wirtschaftskammer bringt die ÖVP ihr Kaderpersonal zu Luxus-Gagen unter, in der Arbeiterkammer die SPÖ.

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