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Der libanesisch-stämmige Schauspieler Alexander Abdallah sieht tatsächlich nicht aus wie ein schwedischer Adeliger.

Der libanesisch-stämmige Schauspieler Alexander Abdallah sieht tatsächlich nicht aus wie ein schwedischer Adeliger.

Netflix-Serie besetzt schwedischen König mit libanesisch-stämmigem Schauspieler

Noch vor Drehstart sorgt die Netflix-Produktion „The Von Fersens“ für Schlagzeilen. Auslöser ist die Entscheidung, den schwedischen König Gustav III. von dem Schauspieler Alexander Abdallah darstellen zu lassen. Abdallah wurde in Schweden geboren, seine Eltern stammen jedoch aus dem Libanon. In sozialen Netzwerken wird diese Besetzung von großen Teilen des Publikums bereits heftig kritisiert.

Geschichte um Aufstieg einer Adelsfamilie

Das Drama spielt im Schweden des 18. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte von Sophie und Axel von Fersen. Die Geschwister stammten aus einer der einflussreichsten Adelsfamilien des Landes, deren gesellschaftlicher Aufstieg und späterer Niedergang im Zentrum der Handlung steht. Netflix beschreibt das Projekt als „ein großes, modernes, temporeiches und romantisches Drama“. In den Hauptrollen sind Alva Bratt und Christian Fandango zu sehen, produziert wird die Serie von Frida Bargo (Breakable Films), Regie führt Amanda Adolfsson. Mit solch einer starken Besetzung und einer groß angelegten Werbekampagne kann solch eine Serie des Streaming-Riesen schnell zu einem Publikumsmagnet werden – und so Millionen von Jugendlichen als Vorbild und Beeinflussung dienen.

Kritik an historischer Genauigkeit

Vor allem die Besetzung des Königs durch einen dunkelhäutigen Libanesen löste nun Diskussionen aus. Wie das Freilich Magazin berichtet, werfen Kritiker Netflix vor, historische Figuren nicht authentisch darzustellen und Geschichte zu verfälschen. In den sozialen Medien ist von „historisch verzerrtem Müll“ oder „DEI-Unterhaltung“ (für „Diversity, Equality, Inclusion“) die Rede, die am Publikum vorbeigehe. Netflix selbst äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Ob die Kontroverse die Rezeption der Serie beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.

Debatte über Diversitäts-Besetzungen

Die Diskussion reiht sich ein in eine breitere Debatte, die Streamingdienste wie Netflix bereits mit Produktionen wie „Bridgerton“ oder „Cleopatra“ ausgelöst haben. Kritisch wird angemerkt, dass die bewusste Diversitäts-Besetzung bei historischen Stoffen zwar ein modernes Signal setzen soll, aber zugleich reale Tatsachen verfälscht. Gerade bei einem König des 18. Jahrhunderts entstehe so ein Bild, das den damaligen Kontext ignoriert. Oftmals erreichen die Diversitäts-Vorkämpfer mit ihrem Handeln sogar das Gegenteil ihrer Absicht: Die Tatsache, dass die Unterdrückung und gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen anderer Hautfarbe in dieser Zeit durch eine solche Besetzung gar nicht sichtbar wird, indoktriniert Zuschauern ohne historisches Vorwissen ein völlig falsches Bild. Damit droht eine Geschichtsverzerrung, die das Publikum in die Irre führen kann.

Auch Experten schließen sich Kritik an

Fachkritiker betonen ebenfalls, dass eine glaubwürdige Darstellung historischer Verhältnisse wichtig bleibt. Beispielsweise argumentiert Journalistin Diep Tran, die selbst Migrationshintergrund hat, in einem Artikel der Los Angeles Times, dass Color Blind Casting die Identität der dargestellten Figuren ignorieren könne und sogar „den Menschen, die vor einem stehen, verleugnet“, was die kulturelle und historische Authentizität gefährde. So droht ein falscher Eindruck davon, wie inklusiv gewisse Kreise der Gesellschaft wirklich waren. Somit lässt sich also die Argumentationslinie komplett umdrehen, und gerade dem links-liberal geprägten Mainstream kann vorgeworfen werden, eben das zu bewirken, was er versucht, zu bekämpfen.

Zwischen Repräsentation und Geschichtsbild

Die Diskussion um „The Von Fersens“ verdeutlicht einmal mehr: Die Erwartung nach historischer Authentizität bleibt auch beim jungen, modernen Publikum bestehen. Während Befürworter von Diversitäts-Castings auf den Wert von Repräsentation verweisen, kritisieren Fachexperten sowie große Teile des Publikums, dass gerade bei historischen Stoffen ein verfälschtes Bild entsteht, das gesellschaftliche Realitäten jener Zeit unsichtbar macht. Ob sich Netflix mit der Besetzung von Gustav III. selbst einen Gefallen getan hat, wird sich letztlich daran zeigen, wie das Publikum die Serie aufnimmt.

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