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Galeria Karstadt Kaufhof

2.500 Handeslarbeitsplätze sollen bei Benkos Kaufhauskonzern abgebaut werden.

18. Oktober 2020 / 11:17 Uhr

Kaufhof-Mitarbeiter prügeln auf Pappfigur von Kurz-Freund Rene Benko ein

Die Probleme der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof reißen nicht ab. Im Zentrum steht einmal mehr der österreichische Firmeneigentümer und Immobilieninvestor René Benko. Zuletzt demonstrierten hunderte Mitarbeiter der Kaufhauskette in Düsseldorf gegen ihn und seine Pläne, Standorte in ganz Deutschland schließen zu wollen.

Wut auf Pappfigur ausgelassen

In Düsseldorf erhielten die von der Arbeitsplatzvernichtung betroffenen Handelsangestellten sogar Unterstützung von einem Karnevalswagenbauer: Jacques Tilly hatte eine überlebensgroße Figur in der Gestalt von Rene Benko produzieren lassen.

Diese Pappfigur wurde von den Demonstranten mitgeführt und mit Boxhandschuhen solange traktiert, bis diese in alle Teile auseinandergefallen ist. Damit versuchten die aufgebrachten Mitarbeiter ihre Wut über Benko und das Galeria Karstadt Kaufhof-Management auszudrücken.

Seit 2014 im Kaufhausgeschäft

Benkos Immobilienfirma war 2014 ins Kaufhausgeschäft eingestiegen. Damals übernahm der Tiroler den bundesdeutschen Kaufhauskonzern Karstadt. Nach mehreren Anläufen gelang es ihm, auch den Karstadt-Konkurrenten Kaufhof zu kaufen. Aus den beiden in der Vergangenheit bereits krisengeschüttelten Unternehmen versuchte Benko einen neuen Konzern zu zimmern.

Das Projekt mündete in einem Insolvenz- und Sanierungsverfahren, wo durch Restrukturierung zwei Milliarden Euro an Schulden abgeschüttelt werden konnten. Bis Ende Oktober sollen im Zuge dessen rund 35 Galeria-Kaufhof- und Karstadt-Filialen schließen und 2.500 Handelsangestellte ihren Arbeitsplatz verlieren.

130 Standort sind genug

Zukünftig möchte Benko an nur noch 130 Standorten mit Galeria Karstadt Kaufhof weitermachen. Man hofft an der Konzernspitze auf eine rasche Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Ob das gelingt, sollte das Weihnachtsgeschäft und das kommende Wirtschaftsjahr 2021 zeigen.

Sollten durch Corona-Maßnahmen weitere Beschränkungen im Handel eintreten oder sogar ein zweiter „Lockdown“ kommen, dann könnten diese Pläne scheitern. Dann könnte sich wieder Protest gegen Benko und seine Manager erheben. 

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