NGO-Schlepperschiff „Aquarius" ausgemustert: Bitte nur neue Schiffe für „Flüchtlinge“ | Unzensuriert.at

NGO-Schlepperschiff „Aquarius" ausgemustert: Bitte nur neue Schiffe für „Flüchtlinge“

Die „Aquarius“ wird den neuen Herausforderungen rund um die Zusammenarbeit mit afrikanischen Schleuserbanden nicht mehr gerecht. Foto: Ra Boe / wikimedia commons / (CC BY-SA 3.0)
Die „Aquarius“ wird den neuen Herausforderungen rund um die Zusammenarbeit mit afrikanischen Schleuserbanden nicht mehr gerecht.
Foto: Ra Boe / wikimedia commons / (CC BY-SA 3.0)
7. Dezember 2018 - 16:00

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Wer glaubt, dass die Zusammenarbeit zwischen europäischen Schlepperorganisationen und nordafrikanischen Schleuserbanden jetzt langsam ausläuft, wird in nächster Zeit eines Besseren belehrt werden. Für die von Italien unterbundenen Schleusungen von Libyen nach Italien ist bekanntlich Spanien eingesprungen und die europäischen „Seenotretter“ machen sich schon für die neuen Herausforderungen fit.

„Fake-News“ rund um Beendigung der „Rettungen“

Die Mission des Flüchtlingsrettungsschiffes „Aquarius“ im Mittelmeer wird beendet. „Die Einstellung des Betriebs der ‚Aquarius‘ war eine äußerst schwierige Entscheidung“, zitiert euro news den Geschäftsführer der Hilfsorganisation „SOS Méditerranée“, Frédéric Penard.

Schlepperaktivitäten bald wieder mit neuem Schiff

Der Schritt solle es ermöglichen, den „Einsatz auf See so schnell wie möglich wieder aufzunehmen“. SOS Méditerranée bemühe sich bereits um ein neues Schiff, so der TV-Sender. Bekanntlich hat Panama dem von den Organisationen „Ärzte ohne Grenzen“ und „SOS Méditerranée“ betriebenen Schiff Ende September auf Betreiben Italiens die Flagge entzogen.

Keineswegs geben die „Retter“ auf, wie jetzt vielfach in den Medien zu lesen ist. Aufgegeben wird lediglich die „Aquarius“, welche derzeit im Hafen von Marseille festsitzt. In Italien droht nämlich dem Schiff die Beschlagnahme, nachdem die italienischen Behörden den Betreibern vorwarfen, illegal Müll in Italien entsorgt zu haben. Vermutlich wird ein neuer Schiffstypus bald die „Arbeit“ aufnehmen: größer und für längere Aufenthalte auf See gerüstet, da das Abladen der menschlichen Fracht nicht mehr so reibungslos wie in all den Jahren zuvor von statten geht. Gut möglich, dass bald ausrangierte Passagierschiffe im Mittelmeer als Zwischenauffangstationen dienen werden, von denen dann in kleinen Tranchen besonders hilfsbedürftige schutzsuchende junge Männer aus „humanitären Gründen“ nach Europa verbracht werden. Warten wir einmal ab.   

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