Die gemeinsamen EU-Schulden für die Ukraine-Hilfe steuern auf die Marke von 200 Milliarden Euro zu. Laut Berechnungen der Welt am Sonntag auf Basis von Zahlen der EU-Kommission muss Brüssel zusätzlich zu den bisher überwiesenen 166 Milliarden Euro nochmals mehr als 40 Milliarden aus gemeinsamen Krediten nach Kiew überweisen.
Die Rechnung explodiert weiter
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte jüngst einen zusätzlichen Finanzbedarf von 70 Milliarden Euro angemeldet. Nach den aktuellen Planungen soll die EU davon 46 Milliarden tragen. Ein Teil der Summe soll aus den Zinsen kommen, die eingefrorene russische Vermögen in Europa abwerfen. Die Kommission beziffert diese Erträge auf rund vier Milliarden Euro pro Jahr; in den vergangenen mehr als zwei Jahren kamen insgesamt rund acht Milliarden zusammen.
Die jüngste Tranche im August umfasste 1,4 Milliarden Euro, zuvor flossen unter anderem 1,4 Milliarden im April dieses Jahres, 1,6 Milliarden im August 2025, 2,1 Milliarden im April 2025 und 1,5 Milliarden im Juli 2024. Diese Beträge decken nur einen Bruchteil der benötigten 46 Milliarden.
Ukraine zur Hälfte von EU-Staaten finanziert
Da der Kapitalstock der russischen Vermögen aus rechtlichen Gründen nicht angetastet werden darf, bleibt die Aufnahme neuer gemeinsamer Schulden die wahrscheinlichste Alternative. Der ukrainische Staatshaushalt hängt bereits zu rund der Hälfte von EU-Hilfen ab, während die Nationalbank ein Schrumpfen der Wirtschaft statt des geplanten Wachstums von 1,8 Prozent meldet.
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