Österreich muss beim Budget weiter nachbessern. Laut einer neuen mittelfristigen WIFO-Prognose bleibt das Defizit bis 2031 deutlich über der EU-Grenze. Zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen seien nötig, um die Neuverschuldung unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken.
Defizit bleibt über der EU-Grenze
Das WIFO erwartet für den Zeitraum von 2026 bis 2031 ein durchschnittliches Budgetdefizit von 4,1 Prozent des nominellen Bruttoinlandsprodukts. Die Maastricht-Grenze liegt bei drei Prozent. Ohne weitere Maßnahmen könnte die Staatsschuldenquote bis 2031 auf 89 Prozent steigen; 2025 lag sie laut WIFO bei 80,7 Prozent.
Die bereits vereinbarten Konsolidierungsschritte im Doppelbudget 2027/28 reichen der Prognose zufolge nicht aus, um das Defizit unter die Drei-Prozent-Marke zu senken und das EU-Defizitverfahren zu beenden. Dafür seien zusätzliche Maßnahmen im Ausmaß von mindestens einem Prozent des nominellen BIP erforderlich. Das WIFO spricht von Konsolidierungsmaßnahmen; daraus folgt nicht, dass der gesamte Betrag allein durch Ausgabenkürzungen erbracht werden muss.
Schwaches Wachstum, steigende Zinslast
Die Aussichten werden auch durch das verhaltene Wirtschaftswachstum erschwert. Das WIFO erwartet für 2026 bis 2031 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 1,2 Prozent. Zugleich belasten laut Institut strukturelle Probleme und der Schuldendienst die Konsolidierung.
Die Prognose beschreibt einen anhaltenden Spardruck: Selbst nach den bereits beschlossenen Maßnahmen bleibt das Defizit demnach zu hoch. Wie die zusätzlichen Schritte konkret aussehen und wer davon betroffen sein könnte, legt die Prognose nicht fest.
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