Die Gaspreise haben sich seit Jahresbeginn etwa verdreifacht. E-Control-Vorstand Alfons Haber nennt die Lage beunruhigend – und die FPÖ erhöht den Druck auf die Verlierer-Ampel: Sie solle endlich handeln, fordert Energiesprecher Paul Hammerl.
E-Control warnt vor Preisen
Laut Haber lagen die Großhandelspreise zuletzt bei rund 100 Euro je Megawattstunde. Österreichs Gasspeicher waren Anfang November zu etwa 66 Prozent gefüllt. Das entspreche rund 84 Prozent des österreichischen Jahresverbrauchs; E-Control schätzt die Versorgung für den kommenden Winter dennoch als solide ein.
Für Haushalte mit variablen Tarifen können hohe Großhandelspreise besonders relevant sein. E-Control empfiehlt, Verträge und Preisanpassungsklauseln zu prüfen; Fixpreisverträge machten die Kosten kalkulierbarer.
FPÖ will niedrigere Abgaben und mehr Gas
Hammerl wirft der Regierung vor, die Belastung durch die nationale CO₂-Steuer noch zu verstärken. „Wer die Bevölkerung wirklich entlasten will, muss diese künstliche Verteuerung sofort abschaffen“, erklärte der blaue Energiesprecher. Er fordert außerdem, Österreich solle auf EU-Ebene einen Krisenmechanismus für russische Gasimporte vorantreiben und heimische Erdgasvorkommen stärker nutzen.
Zur möglichen Preissenkung durch zusätzliche russische Pipeline-Lieferungen beruft sich Hammerl auf eine Berechnung des Energieexperten Johannes Benigni, über die Die Presse berichtet hatte. Demnach könnte der europäische Gaspreis bei einer vollständigen Wiederaufnahme technisch möglicher Lieferungen von rund 100 auf 30 Euro je Megawattstunde sinken.
Klare Maßnahmen für unabhängige Energieversorgung
Die FPÖ stellt der Regierung ein Maßnahmenpaket entgegen: CO₂-Steuer abschaffen, Gasförderung im Inland ausbauen und zusätzliche Bezugsquellen erschließen. Hammerl sagte, Österreich dürfe „weder von Russland noch von den USA einseitig abhängig sein“.
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