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Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) muss die Defizitprognose für 2027 wegen höherer Zinsausgaben anheben. Trotz Sparpaket wächst der Schuldenberg weiter.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) muss die Defizitprognose für 2027 wegen höherer Zinsausgaben anheben. Trotz Sparpaket wächst der Schuldenberg weiter.

Budget-Blamage trotz Sparpaket: Defizit bleibt bei vier Prozent – Marterbauer verfehlt EU-Ziel weiter

Die Hoffnung auf eine rasche Sanierung zerbröselt. Wifo und IHS prognostizieren für 2026 ein gesamtstaatliches Defizit von vier beziehungsweise 3,9 Prozent des BIP und für 2027 noch 3,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Damit bleibt Österreich klar über der von der EU erlaubten Drei-Prozent-Grenze.

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Sparmaßnahmen wirken erst später

Die Ausgangslage habe sich geringfügig verbessert, schreibt das IHS in seiner Konjunkturprognose. „Die vorliegenden Informationen über den Budgetvollzug deuten darauf hin, dass die Defizitziele der Bundesregierung eingehalten werden können.“

Gegenüber der Sommerprognose senkt das IHS die Erwartung für 2026 von 4,0 auf 3,9 Prozent, das Finanzministerium hatte zuletzt 4,1 Prozent genannt. Für 2027 rechnet Marterbauer aktuell mit 3,6 Prozent – nach oben korrigiert von zuvor 3,5 Prozent. 2024 lag das Defizit bei 4,6 Prozent, 2025 bei 4,1 Prozent. Seit Juli 2025 läuft deshalb ein EU-Defizitverfahren.

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Zinsen und Hilfen fressen die Einsparungen

Die Sparmaßnahmen – Kürzungen bei Förderungen, Sachausgaben und Sozialleistungen sowie Paketabgabe und höhere Alkoholsteuer – entfalten laut den Instituten größtenteils erst 2027 Wirkung. Dem stehen höhere Zinsausgaben, die Senkung der Mehrwertsteuer zur Abfederung der Teuerung und Dürrehilfen für die Landwirtschaft gegenüber.

Im kommenden Jahr wirken sich laut Wifo auch Maßnahmen zur Attraktivierung der Arbeit im Alter negativ auf das Budget aus. Marterbauer begründet die Anhebung der 2027er-Prognose mit höheren US-Zinsen, die Österreich rund 500 Millionen Euro mehr Zinsausgaben bescheren. „Das ist eine schlechte Nachricht“, sagte er im Ö1-Morgenjournal. Für das laufende Jahr sei man auf Kurs, am 2028er-Ziel halte die Regierung fest.

Schuldenquote klettert weiter

Die Staatsverschuldung nimmt weiter zu. Das IHS erwartet 2026 eine Quote von 82,5 Prozent und 2027 von 83,7 Prozent, das Wifo für 2027 83,5 Prozent. Damit bleibt der Zinsendienst ein wachsender Posten im Haushalt, während die Konsolidierung nur langsam vorankommt.

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