Vor zwei Tagen jährte sich zum 18. Mal der Todestag von Jörg Haider. In seinem letzten großen ORF-Auftritt vom 25. September 2008, mitten in der Finanzkrise, sprach der damalige Kärntner Landeshauptmann und BZÖ-Chef Klartext: „Die Banken sind eine riesige Mafia, die die ganze Welt vergiftet haben.“ Er nannte unter anderem die Deutsche Bank, deutsche Landesbanken und die große Raiffeisenbank und stellte fest, dass der kleine Mann Arbeitsplätze und Einkommen verliere, während die großen Herren ungestraft blieben.
Der Satz und die Reaktionen
In den überlieferten Bildern der Diskussion fällt auf, wie die Mitdiskutanten auf den ungeschminkten Satz reagieren. Der Fernsehsender AUF1 erinnert daran, dass dies als Tabubruch galt – in einer Zeit, in der Staaten mit Steuergeld Banken stützten und die Lasten auf die Bürger abwälzten. Haider, der zuvor bei der Nationalratswahl das BZÖ auf rund elf Prozent geführt hatte, sprach aus, was viele dachten, aber wenige Politiker so direkt formulierten. Die Bankenkrise von 2008 hatte gerade Fahrt aufgenommen, Lehman war kollabiert, und die Verantwortlichen blieben weitgehend ungeschoren.
Der Unfall in Lambichl
In der Nacht auf den 11. Oktober 2008 kam Haider auf der Loiblpass-Bundesstraße bei Lambichl südlich von Klagenfurt (Kärnten) mit seinem VW Phaeton nach einem Überholmanöver von der Straße ab. Der Wagen überschlug sich, Haider erlitt tödliche Verletzungen. Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft Klagenfurt ergaben eine überhöhte Geschwindigkeit von rund 142 km/h bei erlaubten 70, Alkoholisierung von etwa 1,8 Promille und einen Fahrfehler. Das Auto war technisch in Ordnung, Fremdeinwirkung oder KO-Tropfen wurden ausgeschlossen. Das Verfahren wurde eingestellt. Dennoch wirft der Crash bis heute ungeklärte Fragen auf.
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