Wird aus einem „Roten Oktober“ ein „Toter Oktober“ für die SPÖ – wie es zumindest die Kronen Zeitung nennt? So prominent das Kleinformat Gerhard Zeiler auch ins Bild rückte, was nützt es, wenn Andreas Babler an der SPÖ-Parteispitze nicht Platz macht?
Lobgesang auf Zeiler
Den Ärger über die „Sturheit“ des SPÖ-Chefs verhehlt die Kronen Zeitung nicht. Heute, Montag, gießt Chefredakteur Klaus Herrmann in seinem Kommentar nochmals Lob über das Haupt seines roten Wunschkandidaten: Er sei eine internationale Persönlichkeit mit Wurzeln in einfachen Ottakringer Verhältnissen und sozialdemokratischer Vergangenheit.
Herrmann vermisst „Solidaritätsbekundungen“ aus „maßgeblichen Kreisen“. Freund und Feind, meint er, würden sich in Schützengräben verschanzen.
Weiterhin Brandmauer zur FPÖ
Warum sich gewichtige Rote zurückhalten? Womöglich deshalb, weil sie nicht abschätzen können, ob Zeiler tatsächlich der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Dass er an der Brandmauer zur FPÖ festhalten möchte, aber andererseits Themen der Blauen („Wer kriminell ist, muss zurück“) in seine sozialdemokratische DNA aufnimmt, um nach deren Stimmen zu fischen, ist vielen in der Partei wahrscheinlich noch zu wenig, um als „Putschisten“ ihr politisches Leben aufs Spiel zu setzen.
Projekt Kern gescheitert
Nur weil die Kronen Zeitung es will, hängen sie ihren Kopf nicht aus dem Fenster. Denn das ist schon einmal schiefgegangen, als das Blatt Ex-Kanzler Christian Kern an die Spitze der Genossen hieven wollte. Die Krone mussten damals einsehen, dass ihre einstige Macht, wie ein Puppenspieler mit Politikern zu jonglieren, in den vergangenen Jahren verblichen ist.
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