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Kabarettist Gerold Rudle bekommt nach seinen verstörenden Aussagen über seinen Kollegen Günther „Gunkl“ Paal Konsequenzen zu spüren: Mehrere geplante Lesungen des 63-Jährigen wurden inzwischen abgesagt.

Kabarettist Gerold Rudle bekommt nach seinen verstörenden Aussagen über seinen Kollegen Günther „Gunkl“ Paal Konsequenzen zu spüren: Mehrere geplante Lesungen des 63-Jährigen wurden inzwischen abgesagt.

Gunkl als „liebenswert“ bezeichnet: Erste Konsequenzen für Kabarettist Rudle

Nach seinen Aussagen über Günther „Gunkl“ Paal wird es für den Schauspieler, Kabarettisten und Moderator Gerold Rudle zunehmend ungemütlich. Mehrere geplante Lesungen des Kabarettisten wurden inzwischen abgesagt.

Auslöser war ein Satz im ORF-Radio

Rudle hatte am vergangenen Donnerstag bei Radio Niederösterreich eigentlich über seinen ersten Roman „Kotzbrocken“ gesprochen. Dabei kam er auch auf seinen langjährigen Kollegen Günther Paal alias „Gunkl“ zu sprechen, gegen den wegen sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen und des Besitzes von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial Anklage erhoben wurde. Der Prozess gegen Paal ist für den 22. Oktober am Wiener Landesgericht angesetzt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Rudle bezeichnete Paal als „reflektierten, sehr liebenswerten, gescheiten Menschen“, fügte allerdings hinzu, dass das, was dieser getan habe, „natürlich unverzeihlich“ sei. Gleichzeitig sagte Rudle, „wir da alle weniger verurteilen sollten“, und erklärte: „In uns allen schlummert offenbar irgendwo ein Monster.“ Gerade die wiederholte Bezeichnung des mutmaßlichen Kinderschänders Paals als „liebenswert“ verstörte das Publikum.

Erste Bühne bereits gestrichen

Die Reaktionen blieben nicht lange auf das Internet beschränkt. Die Döblinger Buchhandlung sagte eine für den 22. September geplante Lesung Rudles aus seinem Roman „Kotzbrocken“ ab. Die Buchhandlung erklärte öffentlich: „Nach den gestrigen Aussagen von Gerold Rudle im ORF haben wir uns entschlossen, die Lesung am 22.09. abzusagen.“ Man biete „keine Bühne für die Verharmlosung von Missbrauch“, hieß es weiter.

Doch bei dieser einen Absage blieb es nicht. Nach aktuellen Berichten wurden auch eine für den 5. Oktober geplante Lesung in der Grätzlbuchhandlung Lainz sowie ein Auftritt im Buchquartier Penzing am 21. Oktober gestrichen. Damit sind innerhalb kurzer Zeit drei geplante Termine betroffen.

Rudle rudert zurück

Der Kabarettist reagierte inzwischen selbst auf die massive Kritik. In einer Stellungnahme erklärte er, seine Äußerungen seien spontan erfolgt, weil er Paal seit vielen Jahren als Kollegen kenne. Seine Wortwahl sei jedoch „unangemessen“ gewesen und habe als Relativierung verstanden werden können. „Das bedaure ich zutiefst“, schrieb Rudle.

Gleichzeitig stellte Rudle klar, sexueller Missbrauch von Kindern sei durch nichts zu relativieren oder zu entschuldigen. Der Opferschutz müsse „immer im Vordergrund stehen“. Er übernehme die Verantwortung für seine missverständlichen Aussagen und entschuldige sich aufrichtig.

Klenk gegen härtere Strafen für Kinderschänder

Bemerkenswert war auch die Reaktion von Florian Klenk, Chefredakteur des linken Wiener Stadtmagazins Falter: Er stellt sich im Fall Gunkl gegen den Ruf nach einer Verschärfung des Strafrechts. In einem Instagram-Video erklärt er, härtere Strafen würden Täter nicht automatisch von ihren Taten abhalten. Statt neuer Strafdrohungen fordert Klenk einen stärkeren Fokus auf „Therapie, Prävention, Behandlung“. Eine ähnliche Haltung vertrat er bereits im Fall des Schauspielers Florian Teichtmeister, dessen Urteil er 2023 als „ein gutes Urteil“ bezeichnete.

Der Fall Gunkl beschäftigt die Justiz

Während Rudle inzwischen um Schadensbegrenzung bemüht ist, läuft gegen Paal das strafrechtliche Verfahren weiter. Die Staatsanwaltschaft Wien hat Anklage wegen sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen und des Besitzes von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial erhoben. Der Prozess findet am 22. Oktober am Wiener Landesgericht statt. Paal steht dabei gemeinsam mit zwei Frauen vor Gericht, denen schwere Erpressung vorgeworfen wird.

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