Das Nein der Isländer zu einem EU-Beitritt hat Skeptikern der Europäischen Union neuen Aufwind gegeben. Und nun traut die Kronen Zeitung FPÖ-Chef Herbert Kickl als Volkskanzler einen „Öxit“ zu.
“Kickl spreche noch nicht vom Öxit”
Herbert Kickl spreche (noch) nicht vom „Öxit“, bemerkte Krone-Chefredakteur Klaus Herrmann in seinem Kommentar. Er nahm Bezug auf die Aussagen von AfD-Chefin Alice Weidel, die sich in Wien für einen Austritt zumindest aus Schengen und Euro ausgesprochen hatte. Herrmann meinte dazu:
Die Schwesterpartei FPÖ hat daraufhin zwar signalisiert, das ginge ihr zu weit. Aber wer weiß – was geht einer Partei im Erfolgsrausch schon zu weit?
Weniger Bürokratie, Ende des “Klimakommunismus”
Damit macht die Kronen Zeitung ohne Not ein Fass auf. Denn Kickl sprach nie von einem EU-Austritt, sondern vielmehr davon, die Europäische Union von innen heraus reformieren zu wollen. Das sei nach Wahlsiegen rechter Parteien in Europa, etwa in Frankreich und in Deutschland, machbar. Die EU, betonte Kickl stets, müsse sich künftig in eine Phase der „Selbstbesinnung“ statt der aktuellen „Selbstanmaßung“ begeben. Er forderte weniger Bürokratie und das Ende des „Klimakommunismus“.
Zukunft liegt nicht in einem „zentralistischen EU-Superstaat“
Ähnlich sieht das auch der freiheitliche Delegationsleiter im EU-Parlament, Harald Vilimsky. Für ihn zeige das Ergebnis in Island (52,8 Prozent sagten bei einer Wahlbeteiligung von 82,5 Prozent nein, 47,2 Prozent ja), dass europäische Zusammenarbeit nicht zwangsläufig mit einer weiteren Übertragung von Kompetenzen aus Brüssel verbunden sein müsse.
„Die Zukunft Europas“ liege nicht in einem „zentralistischen EU-Superstaat“, sondern in der Zusammenarbeit freier und souveräner Staaten, erklärte der FPÖ-Politiker. Das Island-Votum liefert ihm – wie berichtet – dafür nun ein neues Argument in der seit Jahren geführten Debatte über die Richtung der Europäischen Union.
