Die Bundesregierung fordert von Pensionisten, Familien und Steuerzahlern finanzielle Opfer – das gilt aber nur für die normalen Bürger, nicht für die Politikerkaste selbst.
Kabinette kosteten im Quartal 2 fast 11 Millionen Euro
Das zeigen die Antworten der Regierungsmitglieder auf eine Serie parlamentarischer Anfragen des freiheitlichen Generalsekretärs Michael Schnedlitz.
Demnach verursachten die Kabinette der Minister und Staatssekretäre im zweiten Quartal 2026 Personalkosten von insgesamt rund 10,9 Millionen Euro.
121.000 Euro ohne Ministergehälter
Eingerechnet sind neben den eigentlichen Kabinettsmitarbeitern auch Kanzlei-, Sekretariats- und Hilfskräfte sowie Chauffeure.
Die Bezüge der Minister und Staatssekretäre selbst sind in dieser Summe hingegen noch nicht enthalten.
Umgerechnet ergibt das mehr als 3,6 Millionen Euro im Monat beziehungsweise 121.111 Euro pro Tag. Im ersten Quartal hatten sich die entsprechenden Kosten noch auf rund 10,6 Millionen Euro belaufen. Damit ist der Aufwand innerhalb weniger Monate neuerlich gestiegen.
Babler überholt Stocker bei Kabinettskosten – vorläufig
An der Spitze der Kostenaufstellung steht das Kabinett von Vizekanzler Andreas Babler. Damit liegt der SPÖ-Chef noch vor Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), dessen Büro zuvor den höchsten Betrag ausgewiesen hatte.
Beim Vergleich ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Bundeskanzleramt seine Juni-Kosten nur bis zum Stichtag der parlamentarischen Anfrage am 24. Juni abrechnete. Auch unter Einbeziehung der noch fehlenden Tage dürfte Bablers Kabinett nach den vorliegenden Zahlen aber das teuerste Regierungsbüro bleiben.
Schnedlitz spricht von verlorenem Maß
Für FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz ist der Kostenanstieg angesichts der von der Regierung beschlossenen Belastungen nicht hinnehmbar:
Diese Regierung hat vollkommen das Maß und den Anstand verloren.
Dass die Kabinettskosten gegenüber dem ersten Quartal nicht gesunken, sondern sogar leicht gestiegen sind, bezeichnete der FPÖ-Generalsekretär als „zum Schämen“.
Bei den Pensionisten und Familien würde gekürzt, aber „selbst das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen.“ Eine moralische Bankrotterklärung für Schnedlitz.
Hochgerechnet 43,6 Millionen Euro jährlich
Bleiben die Ausgaben über das gesamte Jahr auf dem Niveau des zweiten Quartals, würden die Regierungskabinette rund 43,6 Millionen Euro kosten.
Die Hochrechnung liegt deutlich über den für 2024 genannten Kabinettskosten der schwarz-grünen Vorgängerregierung. Damals beliefen sich die Ausgaben auf rund 40,9 Millionen Euro. Der derzeitige Wert wäre demnach um ungefähr 2,7 Millionen Euro höher.
Ministerien beschäftigen auch überlassene Arbeitskräfte
Aus den amtlichen Antworten geht außerdem hervor, dass nicht alle Mitarbeiter unmittelbar bei den jeweiligen Ministerien angestellt sind. In einzelnen Regierungsbüros kommen Arbeitskräfteüberlassungen zum Einsatz.
So wurde etwa in einer Anfragebeantwortung die Beschäftigung einer über die Österreichischen Bundesforste überlassenen Arbeitskraft angegeben.
Sonderverträge mit Zusatzvereinbarungen
Die Ministerien führen zudem Sonderverträge beziehungsweise sondervertragliche Zusatzvereinbarungen an. Bei solchen Verträgen werden Mehrdienstleistungen häufig durch All-in-Bezüge abgegolten. Für andere Beschäftigte können pauschale oder einzeln abgerechnete Überstunden hinzukommen.
