Die Preise an den Zapfsäulen ziehen wieder kräftig an – und die Mini-Spritpreisbremse der
österreichischen Bundesregierung bleibt wirkungslos.
Bremse bis jetzt sehr schwach
Nach einer kurzen Entspannung im Juni legten die Durchschnittspreise im Juli spürbar zu. Super kostete im Schnitt 1,796 Euro pro Liter, ein Plus von 10,4 Cent. Diesel stieg um 12,7 Cent auf 1,904 Euro. In vielen Regionen nähert sich der Liter Diesel bereits der Zwei-Euro-Marke, während Super bei rund 1,80 Euro liegt. Das zeigt die aktuelle Auswertung des ÖAMTC.
Rohöl fällt – Tankstelle nicht
Die zuletzt gesunkenen Rohölpreise machten sich an den Zapfsäulen erneut nicht bemerkbar. Dadurch hat die Entkoppelung der Tankstellenpreise von den Entwicklungen am Rohölmarkt weiter zugenommen, stellt der Mobilitätsclub fest. Die von der Regierung verordnete Orientierung an internationalen Benchmarks bringt den Autofahrern im Vergleich zu anderen europäischen Ländern keinen erkennbaren Vorteil.
Innerhalb Österreichs klaffen die Preise weiter auseinander. Zwischen den günstigsten und teuersten Bundesländern liegen bei Super rund zehn Cent, bei Diesel etwa drei Cent. Günstiger tankt man in Oberösterreich, der Steiermark, dem Burgenland, Kärnten und Niederösterreich. Teurer wird es in Vorarlberg, Salzburg, Wien und Tirol. Auf Autobahntankstellen kassieren die Betreiber nochmals kräftig ab: Diesel bis 2,399 Euro, Super bis 2,199 Euro – ein Aufschlag von rund 50 Cent gegenüber den günstigsten Stationen.
Regierung streitet, Autofahrer zahlen drauf
Statt Entlastung liefert die Ampel derzeit vor allem Uneinigkeit. SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll preschte am Donnerstag vor und verlangte im Ernstfall schärfere Eingriffe: „Solange die Krise anhält, kann auch unser Kriseninstrument nicht auslaufen“ — bis hin zu Eingriffen in überhöhte Gewinnmargen. ÖVP und Neos lehnen ein Wiederaufleben der Margenbegrenzung ab.
Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hält dagegen und verweist auf die Behördendaten: „Die aktuellen Auswertungen der E-Control zeigen, dass sie wirkt“, erklärte er bei der Verlängerung Ende Juli, Preisrückgänge seien sogar stärker als vorgeschrieben weitergegeben worden. Der ÖAMTC sah das anders und hatte bereits vorab eine deutlich stärkere Steuersenkung gefordert und 0,8 Cent bei Literpreisen über zwei Euro als unzureichend bezeichnet.
