Auch gegenüber FPÖ-TV-Moderatorin Lisa Schuch-Gubik nahm der Wiener Feinkosthändler Fritz Kohut kein Blatt vor den Mund und zeigte die absurden Folgen der Mini-Steuersenkung auf.

5. Juli 2026 / 15:15 Uhr

„Sowas von absurd“: Wut-Greißler rechnet mit Bablers Mini-Steuer-Rabatt ab

Ein Wiener Greißler hatte mit der Mini-Mehrwertsteuer-Senkung der Verlierer-Ampel auf Lebensmittel abgerechnet und SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler einen Brief samt Rechnung geschickt, um aufzuzeigen, welche zusätzlichen Kosten ihm dadurch entstehen. Auch gegenüber FPÖ-TV sprach der „Wut-Greißler“ Klartext.

Mehr Bürokratie statt Entlastung

Der Feinkosthändler Fritz Kohut bezifferte die Mehrkosten durch die neue Mehrwertsteuer-Regelung auf 372 Euro. Davon entfallen 84 Euro auf ein Kassensoftware-Update und 288 Euro auf den zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Umstellung. Er kritisierte vor allem die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze innerhalb ähnlicher Produktgruppen, die zu mehr Bürokratie, höherem Verwaltungsaufwand und zusätzlichen Kosten führen. Gleichzeitig bezweifelt er, dass die Steuersenkung den Konsumenten tatsächlich zugutekommt, da sich Preisnachlässe im Handel bislang kaum bemerkbar machten.

Semmel-Beispiel zeigt das Steuer-Chaos

In dem Brief an Babler, den Kohut auch auf Facebook veröffentlicht hatte, bezeichnete er die Steuersenkung als „sowas von absurd“. Gegenüber FPÖ-TV erklärte er, die Kunden würden dadurch „nicht wirklich etwas sparen“, während der Aufwand für die Händler enorm sei. Er verwies darauf, dass Preisschilder und Steuersätze angepasst werden müssten – obwohl sich an den Produkten selbst nichts ändere. Das System sei „äußerst undurchsichtig“ und hänge an einer rund 1.200 Seiten umfassenden Zolltarif-Deklaration.

Als Beispiel nannte er Semmeln: Eine leere Semmel werde mit 4,9 Prozent besteuert, dieselbe Semmel mit Belag hingegen mit zehn Prozent. Seine Mehrkosten von rund 400 Euro wolle er nicht an die Kunden weitergeben. Er bezweifle jedoch, dass alle Händler dies so handhaben würden. Deshalb würden die Konsumenten die Steuersenkung letztlich kaum spüren. Wäre die Ersparnis für die Kunden tatsächlich spürbar, würde er den Mehraufwand nach eigenen Angaben gerne in Kauf nehmen.

Babler hat „Rechnung“ noch nicht bezahlt

Auf seinen offenen Brief an Babler habe er viel Zuspruch erhalten. Der Facebook-Beitrag erreichte rund 3.000 Likes, zudem seien rund 99 Prozent der Kommentare positiv gewesen.

Die „Rechnung“, die Kohut an Babler schickte, wurde – zumindest bislang – noch nicht beglichen.

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