In der Fröbel-Grundschule im sachsen-anhaltischen Coswig wollte ein kleiner Junge zu seinem großen Tag eine Schultüte mit dem Logo seiner Lieblingsband „Frei.Wild“ mitbringen. Der 15. August steht für ihn und seine Familie als besonderer Moment bevor. Für die Schulleitung reichte das aus, um einzugreifen. Ein Schreiben an die Eltern macht unmissverständlich klar: Die Tüte mit Bezug zur Südtiroler Rockband passe nicht in den schulischen Rahmen.
Schule argumentiert mit Erziehungsauftrag
Das Dokument, das die Band über soziale Netzwerke verbreitet hat, argumentiert mit dem Erziehungsauftrag der Schule. Materialien und Symbole im schulischen Kontext müssten „kindgerecht, wertschätzend sowie politisch und weltanschaulich neutral“ sein, heißt es darin. „Frei.Wild“ werde „öffentlich als umstritten und teils rechtsorientiert eingeordnet“, daher seien entsprechende Bezüge mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag nicht vereinbar. Die Einschulungsfeier dürfe keine Inhalte zeigen, die andere verunsichern, ausgrenzen oder zu Konflikten führen könnten. Dem Jungen wird zwar gestattet, die Tüte mitzubringen – doch nur zum privaten Gebrauch außerhalb der offiziellen Feier und des Schulgebäudes. Drinnen bleibt sie untersagt.
Was wie eine bürokratische Kleinigkeit wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen ein klares Muster: Einfache Bürger, die ihre Kinder mit etwas Persönlichem und Vertrautem feiern wollen, stoßen schnell an Grenzen, wenn das Gewählte nicht dem herrschenden Meinungskorridor entspricht.
Philipp Burger kontert mit Ironie und Rückgrat
„Frei.Wild“-Frontmann Philipp Burger hat den Vorfall auf seiner Facebook-Seite aufgegriffen und lässt keinen Zweifel an seiner Haltung.
Eine Schultüte mit Frei.Wild-Logos wurde von einer Schule abgelehnt. Begründung: Unsere Band sei „umstritten“ und „teils rechtsorientiert“. Würde man sagen. Da sind wir natürlich erleichtert (…) Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn ein Erstklässler mit Werten wie Zusammenhalt, Loyalität, Familie, Respekt und Rückgrat eingeschult würde. Am Ende denkt das Kind noch selbstständig oder steht zu seiner Meinung. Wer weiß, wohin das führt.
Burger kündigte an, dem betroffenen Jungen einige Band-Shirts zukommen zu lassen, und sprach den Eltern seine volle Unterstützung aus. Für ihn steht fest: Hier wird unter dem Deckmantel der Neutralität eine ganz bestimmte Sicht auf die Welt durchgesetzt und alles, was nicht hineinpasst, wird aussortiert.


