Tom Neuwirth ist zurück – und zwar als Theaterschauspieler. Der als Conchita Wurst bekannt gewordene Sänger, der inzwischen wieder als Mann auftritt, steht in der Wiener Volksoper in einer „queeren“ Version von Johann Strauß’ berühmter Operette „Die Fledermaus“ auf der Bühne.
„Selbstbewusster queerer Blick“ auf berühmte Operrette
Die sogenannte „Pride Edition“ der „Fledermaus“, die am heutigen Dienstag Premiere feiert, soll einen „selbstbewusst queeren Blick auf die wohl berühmteste Operette der Welt“ eröffnen, lässt die Volksoper mitteilen. Neuwirth „bringt erneut seine Vielseitigkeit zwischen Musik und Schauspiel auf die Bühne – diesmal auf die große Bühne der Volksoper, wo ,Die Fledermaus‘ seit jeher zum festen Repertoire gehört“, zeigt sich die Volksoper erfreut. Wenn dieses „Familiensilber“ der Volksoper nun in einem neuen, queeren Licht erscheine, liege es nahe, diese Neubetrachtung mit einer „ebenso markanten künstlerischen Persönlichkeit zu verbinden“.
Der Frosch als „Figur des scharf beobachtenden, kommentierenden Blicks“ erhalte in der Pride Edition eine „zusätzliche Dimension zwischen Humor, bewusstem Spiel mit Rollenbildern und als Hoffnungsgeber in einer Zeit, in der queeres Leben noch nicht offen gelebt werden konnte“.
LGBTQ-Theater auf Kosten der Steuerzahler
Die 1874 im Theater an der Wien uraufgeführte „Fledermaus“ gilt als „Apotheose der Wiener Operette“ und zählt zu den beliebtesten Operetten überhaupt. Seit seiner Uraufführung steht es nahezu durchgehend auf den Spielplänen und gehört seit 1900 fast traditionell zum Silvesterprogramm. Die Handlung beginnt mit der Rache der Fledermaus: Herr von Eisenstein lässt den Notar Dr. Falke nach einer Ballnacht betrunken und als Fledermaus verkleidet am Morgen durch die Straßen irren. Für Falke ist dies eine Demütigung. Seitdem wird er „Dr. Fledermaus“ genannt und sinnt auf Rache an Eisenstein.
Sie ist die einzige Operette, die regelmäßig an der altehrwürdigen Wiener Staatsoper aufgeführt wird. Nun präsentiert die Volksoper dem Publikum eine LGBTQ-Version des Klassikers – finanziert aus öffentlichen Mitteln und damit letztlich auch von den Steuerzahlern.


