Österreich wurde diese Woche für zwei Jahre zu einem der sogenannten nicht-ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat gewählt. Als das Ergebnis verkündet wurde, jubelte Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger so, als hätte sie für Österreich die Weltmeisterschaft gewonnen. Aber was ist dieser Sitz in New York wirklich wert?
Fakt ist: Alle Bundesregierungen der vergangenen 15 Jahre wollten an diesem Tisch Platz nehmen und setzten entsprechende Initiativen – und Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) sagte am Mittwoch, 3. Juni, noch vor der Verkündigung, dass er bei allen Staatsgästen, die er im Parlament begrüßt habe, für diese Mitgliedschaft geworben habe.
Ramponiertes Image aufpoliert
Ein gemeinsamer Erfolg der Bemühungen also? Dennoch konnte man sich nach den Bildern, als Meinl-Reisinger die Arme in die Höhe streckte, des Eindrucks nicht erwehren, als würde die Außenministerin diese Szene politisch dafür nützen, um ihr zuhause ramponiertes Image aufzupolieren.
Ätsch und trotzdem nichts zu entscheiden
Doch die Österreicher versetzten der Neos-Politikern gleich einen Dämpfer. Auf die „Frage des Tages“ in der Kronen Zeitung, „Braucht Österreich einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat?“, sagte eine Dreiviertelmehrheit „Nein“. Auch in den Kommentaren auf den Leserbriefseiten und auf krone.at werde eher nicht gejubelt, schrieb Krone-Chefredakteur Klaus Herrmann in seinem Kommentar mit dem Titel „Ätsch im Match und trotzdem nichts zu entscheiden“.
Mit Simbabwe und Liberia an einem Tisch
Und bei FPÖ-Urgestein Andreas Mölzer konnte man lesen, dass uns die Außenministerin expressis verbis zwar erklärt habe, dass Österreich nun wieder am Tisch sitze, „wo über Frieden, Sicherheit und Stabilität entschieden wird“, aber dabei solle uns klar sein, „dass Österreich gemeinsam mit anderen nicht-ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats wie Liberia, Simbabwe, Trinidad, Kirgistan und Kongo schlicht und einfach gar nichts zu entscheiden hat“.


