Die Zahlen des Innenministeriums sind eindeutig: Insgesamt 2.062 Gewaltverbrechen an Frauen und Mädchen wurden im vergangenen Jahr von 1.952 männlichen Tatverdächtigen ohne Aufenthaltsstatus verübt. Während die FPÖ von importierter Gewalt spricht, sucht das Innenministerium Ausflüchte und verweist darauf, dass die verwendete Kategorie „Aufenthaltsstatus“ deutlich breiter sei und nicht nur Asylwerber umfasse.
Was die Zahlen sagen
Laut den veröffentlichten Angaben wurden 2025 insgesamt 2.062 weibliche Opfer in diesem Zusammenhang registriert, bei einzelnen Tatverdächtigen kann es zu Mehrfachzählungen kommen. Nach den Angaben des Innenministeriums machen Asylanten dabei etwa die Hälfte der in dieser Statistik erfassten Tatverdächtigen aus; bezogen auf alle mehr als 88.000 Anzeigen wegen Gewaltdelikten liege ihr Anteil bei weniger als zwei Prozent.
Ablenkungsministerium von ÖVP-Ministerium scheitert
Auch bei den Staatsangehörigkeiten zeigt sich ein breites Bild: Unter den häufigsten Nennungen finden sich laut den Berichten syrische, afghanische, serbische, türkische, rumänische und ukrainische Verdächtige sowie weitere europäische Staatsangehörigkeiten.
ÖVP-Mandatar Andreas Hanger behauptete zudem, dass in der Rubrik auch Personen erfasst werden können, die nur vorübergehend in Österreich sind, etwa Touristen. FPÖ-Tourismussprecher Christoph Steiner ließ das nicht gelten: Er warf der ÖVP vor, damit von Problemen in der Sicherheits- und Migrationspolitik abzulenken und gleichzeitig Touristen pauschal unter Generalverdacht zu stellen. Dies schade dem Ansehen Österreichs als Reisedestination und sei gegenüber Gästen sowie der Tourismusbranche respektlos.
Volkspartei soll sich entschuldigen
Zugleich machte Steiner die ÖVP für zahlreiche Probleme im Tourismus verantwortlich und verwies auf die Folgen der Corona-Politik, der Teuerung und des Arbeitskräftemangels. Die Volkspartei habe den Bezug zur Bedeutung des Tourismus für die heimische Wirtschaft verloren. Er forderte daher eine Klarstellung und Entschuldigung der ÖVP gegenüber Touristen, Gastronomen, Hoteliers und Beschäftigten der Branche. Statt Ausreden zu suchen, solle die Regierung für mehr Sicherheit sorgen und konsequenter gegen kriminelle Asylwerber vorgehen.
ÖVP weißt Verantwortung von sich
In der Volkspartei fühlt man sich hingegen nicht verantwortlich: ÖVP-Mandatar Andreas Hanger wirft der FPÖ vor, mit Zahlen zu hantieren, die „schlicht nicht der Realität entsprechen“, und damit gezielt Unruhe zu stiften.


