Radfahrer genießen schon jetzt eine bauliche Trennung vom Kfz-Verkehr auf der Wiener Ringstraße.

30. März 2026 / 09:27 Uhr

Neuer Ringradweg: Nebenfahrbahn weg, weniger Parkplätze, engere Fahrstreifen  

Die rot-pinke Stadtregierung will den Radweg auf Wiens Prachtstraße, der Ringstraße, neu machen.

Umbau ab Herbst

Beginnend ab Herbst soll mit einem etwa 700 Meter langen Abschnitt zwischen Schottenring und Schottentor auf der Innenseite begonnen werden.

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Dort wird die Nebenfahrbahn zur „Rad-Allee“ umgestaltet, mit großteils 4,5 Meter breiten Zwei-Richtungs-Radwegen oder Fahrradstraßen in Sandsteinfarbe.

Keine Kfz-Fahrstreifenverringerung

Die Kfz-Fahrstreifen auf der Hauptfahrbahn und der öffentliche Verkehr bleiben unverändert, was schon als Erfolg gewertet werden muss. Denn die Grünen hatten als Ziel den autofreien Ring ausgerufen. Und sie sind in Wien mächtig, auch in den roten Amtsstuben. Entsprechend lange wurde mit der Verringerung der Kfz-Fahrstreifen geliebäugelt.

Baustelle für viele Jahre

Insgesamt sollen die ohnedies jetzt schon engen Kfz-Fahrstreifen verengt und die Nebenfahrbahnen entlang des inneren Schottenrings stillgelegt werden. Dafür werden über 900 Quadratmeter neue Grünflächen und Beete sowie zwölf Bäume entstehen.

Die Umgestaltung ist in mehreren Bauphasen bis weit in die 2030er-Jahre geplant, mit dem Ziel, durchgängige Geh- und Rad-Alleen an Innen- und Außenseite des Rings zu schaffen.

Rotes Prestigeprojekt

Für die SPÖ ist der Ringumbau ein zentrales Stadtentwicklungsprojekt. Die Ringstraße habe sich immer wieder an neue Mobilitätsbedürfnisse angepasst; nun gehe es darum, den weltbekannten Boulevard als „lebendigen, menschengerechten Ort“ weiterzuentwickeln.

Dabei gibt sie vor, nicht zu wissen, wie viele Parkplätze für das Prestigeobjekt geopfert werden.

FPÖ: „395 Parkplätze vernichtet“ und „Baumfällungen unter grünem Tarnanstrich“

Das rechnet ihr die FPÖ Wien vor: Konkret geht es um 395 Parkplätze.

Verkehrssprecher Toni Mahdalik wirft Verkehrsstadträtin Ulli Sima mangelnde Ehrlichkeit bei den Auswirkungen auf den ruhenden Verkehr vor:

Wenn Verkehrsstadträtin Ulli Sima öffentlich so tut, als hätte sie keine Ahnung, wie viele Parkplätze durch den Ring-Radweg verlorengehen, dann ist das ein schlechter Schmäh.

Verhöhnung der Wiener

Mahdalik kritisiert, dass Wien beim Parkpickerl minutiös über Parkraumstatistiken verfüge, beim Ringumbau aber angeblich keine Zahlen vorliegen sollten.

Entweder hält Sima die tatsächliche Zahl bewusst unter Verschluss, oder sie will die Wiener am Schmäh halten.

Die Folgen seien nämlich für Anrainer, Geschäftsleute, Lieferverkehr und Menschen mit Behinderung gravierend. Die Stadt zerstöre funktionierende Infrastruktur und gibt dann zu, dass sie keine echte Lösung hat. „Das ist keine Planung, das ist organisierte Planlosigkeit“, so Mahdalik. Anrainerparken schaffe „keinen einzigen neuen Stellplatz“ und sei „reine Täuschung der Bevölkerung“.

Grüne: „Minimallösung“ und fehlende Gesamtvision für den Ring

Aber auch die Grünen sind unzufrieden. Ihr Mobilitätssprecher Kilian Stark spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung, allerdings nur halb“. Er kritisiert, „dass am Ende nicht nur auf jeweils einer Seite des Rings etwas passieren“ soll.

„Die schönen Visualisierungen der rot-pinken Stadtregierung zeigen nämlich nur die halbe Wahrheit: Die Nebenfahrbahnen werden nur auf einer Seite des Rings für den Radweg geöffnet, auf der anderen Seite bleibt alles so wie es ist – inklusive parkender Autos. Es fehlt jede Vision, wie sich die Ringstraße insgesamt entwickeln soll“, so Stark.

Kampf gegen Autofahrer

Die Grünen schlagen vor, „die Nebenfahrbahnen entlang der gesamten Ringstraße für eine hochwertige Radverbindung und mehr Platz für Fußgänger:innen zu nutzen“ und den Ring mittelfristig nicht länger als „Hochgeschwindigkeits-Straße rund um die City“ zu belassen.

Wiens historisches Aushängeschild müsse „endlich als öffentlicher Raum des 21. Jahrhunderts gedacht werden – sicher, grün und mit deutlich mehr Platz für die Menschen statt für den Durchzugsverkehr“, sagt Stark. Allerdings gilt das nur für Fußgänger. Menschen in Autos existieren für die Grünen nicht oder sind offenbar keine.

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