Die Demokratie ist für die Jugend weiterhin die beste Staatsform – doch richtig vertreten durch die Einheitspartei fühlen sich junge Menschen nicht mehr.

18. März 2026 / 11:11 Uhr

Dank Regierungs-Versagen: Jugend verliert Vertrauen in politisches System

Junge Menschen haben immer weniger Vertrauen in das politische System, wie eine aktuelle Studie zeigt. Zwar ist die Demokratie für sie weiterhin die beste Staatsform, doch die etablierte Politik wird kritisch gesehen – besonders die aktuelle Ampel-Regierung kommt erwartungsgemäß schlecht weg.

Mehrheit mit Demokratie unzufrieden

Die Zusatzbefragung „Demokratie Monitor 2025“ des Sozialforschungsinstituts Foresight im Auftrag des Parlaments spricht eine deutliche Sprache: Seit 2018 werden hierfür regelmäßig 16- bis 26-Jährige zu ihrem Vertrauen in Demokratie und Institutionen befragt. Nur noch 44 Prozent der jungen Menschen finden, dass das politische System in Österreich gut funktioniert; 2018 waren es noch 69 Prozent. Gleichzeitig sehen rund 89 bis 90 Prozent die Demokratie weiterhin als beste Staatsform.

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Regierung auch bei jungen Menschen unbeliebt

Beim Vertrauen in Institutionen ergibt sich ein klares Muster: Hohe Werte für Polizei und Gerichte (rund zwei Drittel), deutlich niedrigere für Parlament und Regierung. Besonders wenig Vertrauen hat die Verlierer-Ampel: Nur rund ein Drittel der 16- bis 26-Jährigen fühlt sich im Parlament gut vertreten; 2018 – zu Zeiten der schwarz-blauen Regierung – war es fast doppelt so viel. Besonders gering ist dieses Vertretungsgefühl bei jungen Menschen in prekärer finanzieller Lage, die deutlich seltener an die Funktionsfähigkeit des Systems glauben.

Hoher Ausländeranteil beeinflusst Zuspruch zur Demokratie

Hinzu kommt der hohe Ausländeranteil: In Städten wie Wien hat aufgrund fehlender österreichischer Staatsbürgerschaft ein großer Teil der jungen Menschen kein Wahlrecht – gerade in der Altersgruppe von 16 bis 24 sind fast 40 Prozent nicht wahlberechtigt.

Jugend leidet unter zahlreichen Krisen

Der Vertrauensrückgang beruht vor allem auf den Krisenerfahrungen der vergangenen Jahre – Pandemie, geopolitische Spannungen und Teuerung. Junge Menschen leiden unter der nach wie vor enormen Teuerung, Problemen beim Wohnen und der Unsicherheit am Arbeitsmarkt als direkte Folge politischen Versagens. Nicht die demokratischen Verfahren an sich, sondern die schlechten Ergebnisse der Politik untergraben das Vertrauen.

Trotz Politik-Versagen bleibt politisches Interesse

Zwar wenden sich junge Menschen von der Einheitspartei ab, trotzdem gibt es ein hohes politisches Interesse und breite Erfahrungen mit Beteiligungsformen jenseits der klassischen Parteipolitik. Das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit ist zwar begrenzt, aber ein relevanter Teil der Jugendlichen ist überzeugt, mit Engagement etwas bewirken zu können.

Soziale Medien ersetzen Mainstream

Auch die etablierten Medien genießen wenig Vertrauen: Soziale Medien sind inzwischen eine zentrale Informationsquelle, insbesondere Plattformen wie Instagram, und auch KI-gestützte Dienste werden von einem wachsenden Teil der Jugend genutzt.

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