Walter Ruck und Gernot Blümel

Walter Ruck (links) mit Ex-ÖVP-Minister Gernot Blümel bei einer Pressekonferenz. Dem Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten wird Postenschacher vorgeworfen.

12. Jänner 2026 / 09:21 Uhr

ÖVP teilt sich Österreich auf: Wiener WKO-Boss schanzt Familie Posten zu

Der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck zeigt sich gerne großkoalitionär auf Bildern mit dem Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig. Als Bauunternehmer ist er schon beruflich um gute Kontakte mit dem Stadtoberhaupt bemüht. Wie jetzt zutage kam, schaut er aber auch darauf, dass seine Angehörigen Karriere machen. 

Posten für Familienmitglieder

Wie das profil am Samstag berichtete, soll Walter Ruck Familienmitgliedern Positionen in verschiedenen Sozialversicherungen beschafft haben. Bei deren Besetzung haben die Sozialpartner Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer ein Mitspracherecht. Sein Sohn Christopher Ruck etwa wurde in den Landesstellenausschuss der AUVA entsandt. Sein anderer Sohn, Alexander Ruck, ist Vorsitzender im Landesstellenausschuss der PVA. Rucks Lebensgefährtin ist Vorsitzende im Landesstellenausschuss der Sozialversicherung der Selbstständigen.

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“Unfassbare Schamlosigkeit des Systems ÖVP”

„Mit Walter Ruck setzt sich die Skandalserie in der schwarzen Wirtschaftskammer fort“, kritisiert FPÖ-Wirtschaftssprecher Michael Fürtbauer einen „weiteren Tiefpunkt im schwarzen Sumpf der Wirtschaftskammer“. Dass Ruck mutmaßlich seine Familienmitglieder in hochdotierte Funktionen bei Sozialversicherungsanstalten platziert haben soll, zeige die unfassbare Schamlosigkeit des Systems ÖVP, so Fürtbauer in einer Aussendung. 

Versorgung eigener Funktionäre

Der Skandal, der mit den Gagenexzessen rund um Harald Mahrer begonnen habe, setze sich also offensichtlich mit Walter Ruck fort. Die Wirtschaftskammer sei kein Interessenvertreter der Unternehmer mehr, sondern eine von der ÖVP gekaperte Vorfeldorganisation, die nur noch der Machtabsicherung und der Versorgung eigener Funktionäre diene. Die Weigerung des Wirtschaftsbunds, zu diesen Vorwürfen Stellung zu nehmen, spreche Bände. Wer nichts zu verbergen hat, könne offen kommunizieren. „Hier stinkt der Fisch vom Kopf her, und der Kopf ist tiefschwarz!“, sagte Fürtbauer. 

Wirtschaftskammer und Ruck schweigen

Tatsächlich haben laut ORF sowohl Wirtschaftskammer als auch Ruck selbst Auskünfte zur Causa prima verwehrt. Von der Wirtschaftskammer hieß es gegenüber dem ORF lediglich:

Der Wirtschaftsbund steht als wahlwerbende Fraktion im Wettbewerb. Aus diesem Grund wird er über Pläne, Strategien oder Ziele – in diesem Fall im Zusammenhang mit Personalentscheidungen – öffentlich keine Auskunft erteilen.


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