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Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte könnte nach Ende der Coronavirus-Seuche mit massiven Austrittsbestrebungen seiner Staatsbürger konfrontiert werden.

13. April 2020 / 11:27 Uhr

Steuert Italien auf Austritt aus der Europäischen Union zu?

Die Coronavirus-Seuche hat im EU-Land Italien auch eine neue Positionierung in Richtung Brüssel bewirkt. Immer mehr Italiener sind skeptisch gegenüber der Europäischen Union und ihrer Lösungskompetenz bei Krisen wie der aktuellen großflächigen Virus-Infektion. Vielen Italiener denken deshalb an einen Austritt aus der EU. Neben fehlender tatsächlicher Hilfe bei der Gesundheitsversorgung in den hauptbetroffenen Landstrichen Italiens stößt den Italienern mehr und mehr auf, dass nach der Gesundheitskrise auch für eine nahende Wirtschaftskrise aus Brüssel wenig Unterstützung kommen könnte.

Das 500 Milliarden Euro schwere Hilfspaket, das die EU vor wenigen Tagen beschlossen hat, sehen sowohl die Bürger, als auch die politischen Entscheidungsträger nur als ersten Schritt. So wird nur ein Bruchteil dieser Gelder nach Italien fließen. Ein Verteilungskampf ist jetzt bereits voraussehbar. Und die von Italien geforderten „Euro-Bonds“, sprich eine kollektive Verschuldung aller EU-Staaten auf dem Anleihenmarkt, sind derzeit überhaupt vom Tisch.

49 Prozent der Italiener bereits für „Italexit“

In einer jüngsten Meinungsumfrage sprachen sich bereits 49 Prozent der Bürger für einen sogenannten „Italexit“ (auch „Uscitalia“ genannt), also einen Austritt aus der Europäischen Union aus. Das ist ein Zuwachs bei den EU-Gegnern von rund 20 Prozent seit der letzten Umfrage vor eineinhalb Jahren im Vorfeld der letzten EU-Wahlen. Alarmiert über diese Entwicklung sind naturgemäß die Eurokraten wie etwa der Direktor des Jacques Delors Instituts, Sébastien Maillard. Der befürchtet durch einen möglichen Austritt Italiens als ursprünglichem Gründungsland der EU eine „tödliche Gefahr“ für das bisherige Machtgefüge.

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