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19. Oktober 2009 / 13:25 Uhr

Wirtschaftskrise macht Kinder zu Verlierern

Mehr als 96.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren in Österreich leben in Armut. 270.000 sind laut der Studie “Einkommen, Armut und Lebensbedingungen” der Statistik Austria akut gefährdet. In vielen Fällen bedeutet Kinderarmut auch Familienarmut, denn wegen der Wirtschaftskrise ändert sich auch die Einkommenssituation für Familien mit Kindern erheblich.

Während Strukturkrisen am Wirtschaftssektor lange Zeit eher geringe Auswirkungen auf Familien mit erwerbstätigen Elternteilen hatten, trat um die Jahrtausendwende ein neues Phänomen auf: “working poor” – übersetzt: “arbeitende Arme”. Menschen, die trotz ihrer ganzjährigen Erwerbstätigkeit nicht vor Armut geschützt sind. Dieser Besonderheit wird durch die derzeitige Krise am Arbeitsmarkt und der kaum vorhandenen politischen Gegenmaßnahmen noch zusätzlich Raum geschaffen.

In Österreich befinden sich 37 Prozent aller durchgehend Erwerbstätigen trotz regelmäßiger Lohneinkünfte im Bereich der Armutsgefährdung. Besonders Alleinerzieherhaushalte und Familien mit drei oder mehr Kindern sind betroffen. Hier beträgt die Armutsgefährdung 19 beziehungsweise 15 Prozent.


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FPÖ-Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller reagiert angesichts dieser Zahlen verärgert: “Kinder sind die Zukunft unseres Landes – die Koalitionsregierung setzt Bedingungen, die Familienarbeit in Richtung Existenzgefährdung hintreibt und schlussendlich genau diese Zukunft raubt!” So verlangt die FPÖ eine tiefgreifende Unterstützung heimischer Familien, die eine finanzielle Abgeltung der geleisteten Familienarbeit vorsieht. Eltern würde beispielsweise der Wiedereintritt in das Berufsleben erleichtert werden, wenn die arbeitgeberseitigen Lohnnebenkosten nach Kinderanzahl reduziert werden. Daneben soll der Karenzanspruch von Müttern und Vätern auf drei Jahre ausgedehnt werden und das Kindergeld unabhängig von der Höhe des Zuverdienstes gewährt werden. Kitzmüller lehnt Familienplanung in Form von Businessplänen vehement ab. Den Eltern müsse daher immer die Wahlfreiheit ohne moralischen und finanziellen Zwang zustehen.


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