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12. März 2010 / 14:32 Uhr

Bologna-Prozess: Was bisher geschah

Bologna ist derzeit in Österreich in aller Munde. Wahrgenommen wird das nach der italienischen Stadt benannte Prinzip der Hochschulorganisation in erster Linie durch einen noblen Festakt in der Hofburg, den wütende Demonstranten zu verhindern versuchten. Unzensuriert.at geht der Frage nach, was das Bologna-Prnzip will und was bisher geschah.

Durch die Unterzeichnung der "Sorbonne-Erklärung" im Jahr 1998 begann der Bologna-Prozess mit dem Ziel, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum durch Anerkennung von Qualifikationen und einheitliche Beurteilungskriterien zu schaffen. Dadurch können Studien – auch wenn sie in verschiedenen Ländern absolviert werden – als gleichwertig definiert werden. Den Grundstein legten die Staaten der EU unter anderem durch die "Lissabon-Konvention" im Jahr 1997.

Bei einer Ministerkonferenz in Bologna im Jahr 1999 wurde als Ergebnis die "Bologna-Erklärung" unterzeichnet, die zum Ziel hatte, bis 2010 einen europäischen Hochschulraum zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem amerikanischen und asiatischen Raum zu stärken. Dies sollte unter anderem durch die Schaffung eines Systems vergleichbarer Abschlüsse, eines zweistufigen Studiensystems, durch mehr Studienmobilität sowie Einführung eines Leistungspunktesystems nach dem ECTS-Modell erreicht werden. Die Grundlage hierfür wurde in Österreich durch das Universitätsgesetz 2002 geschaffen.


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Im Zuge weiterer Konferenzen wurde im Jahr 2005 als dritte Stufe eine einheitliche Doktorandenausbildung beschlossen, und es wurden weitere Staaten in den Bologna-Prozess integriert. Mittlerweile nehmen 46 Länder daran teil. In weiterer Folge fanden etliche Seminare, Workshops und Konferenzen in unterschiedlichsten Städten Europas statt, um den Bologna-Prozess weiter voranzutreiben und zu ergänzen. Aus österreichischer Sicht trägt der Bologna-Prozess wesentlich zur Europäisierung und Internationalisierung des tertiären Bildungssektors bei.

In Bezug auf die bisherige Umsetzung von Bologna und die Teilnahme an Konferenzen gehört Österreich – laut Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung – zu denjenigen Ländern, die mitunter am meisten geleistet haben. Bis zum Wintersemester 2006 wurden bereits 42 Prozent der Studienprogramme an den Universitäten und 77 Prozent der Fachhochschul-Studiengänge in das zweistufige Bachelor-Master-System umgewandelt. Probleme gibt es jedoch noch immer im Bereich der Anerkennung von früher erworbenen Qualifikationen. Neben der weiteren Umsetzung des Bologna-Prozesses ist es auch Ziel der teilnehmenden Staaten, die Mobilität der Studenten weiter auszubauen.


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