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30. März 2010 / 09:06 Uhr

Internet-Zensur in China

Ist es nötig, die heutzutage verfügbaren umfassenden Informationen, die das Internet zu bieten hat, einem Volk nur in bestimmten Portionen zukommen zu lassen, um die Staatsordnung aufrecht zu erhalten? In China scheint dies der Fall zu sein.

Die von der Regierung betriebene „Große Mauer“ des Internets, eine Firewall auf chinesischen Internet-Providern, verhindert vollautomatisch den Zugriff auf indexierte Seiten mit regierungsfeindlichem Inhalt. Der restliche Datenverkehr wird außerdem gefiltert und auf Schlagwörter einer schwarzen Liste untersucht. Auch hier bedeutet eine Übereinstimmung den Abbruch der Verbindung.

Wer zu oft versucht, zensierte Inhalte aufzurufen, gerät schnell ins Visier der chinesischen Behörden. Auch User, die eigenständig unliebsame Inhalte im Internet veröffentlichen, bewegen sich auf dünnem Eis: Der Blogger Guo Baofeng wurde verhaftet und verbrachte 16 Tage im Gefängnis, weil er Aufmerksamkeit für einen vertuschten Mordfall erregen wollte. Die Twitter-Community verbreitete die Nachricht seiner Haft jedoch so schnell, dass die Menge der mobilisierten Aktionisten die Polizei dazu drängte, den Blogger freizulassen.


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Auch der Abzug Googles aus China war ein Fakt, über den die chinesische Bevölkerung so wenig wie möglich wissen sollte: Die Regierung untersagte Themenseiten, Diskussionsforen und Recherchen. Bestehende Seiten sollten von Mediadateien, die Hinweise auf Unterstützung des Konzerns zeigen (wie z.B. die Blumen vor dem Google-Gebäude), gesäubert werden. Google hingegen hält an seinem Kurs fest, die Zensurpolitik des Staates nicht zu unterstützen. Auch die US-Regierung nimmt die aktuelle Situation als Konfliktpunkt wahr: Clinton ortete den eigenständigen Ausschluß vom technologischen Fortschritt durch die Verletzung der Grundrechte der Internetuser.


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