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27. Feber 2011 / 21:37 Uhr

Wirtschaftsprofessoren klar gegen den Euro-Rettungsschirm

WirtschaftsweisenDie Spitzenpolitiker der Europäischen Union sichern ihre wirtschaftspolitischen Entscheidungen gerne bei Wissenschaftern ab. In Deutschland gibt es sogar als Beratungsorgan die „Wirtschaftsweisen“ – offizielle Bezeichnung: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Alle fünf Mitglieder tragen selbstverständlich den Titel „Professor“.

Wirtschaftsweisen

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Fünf "Wirtschaftsweise" beraten in Deutschland seit 1963 die Regierung.
Trotzdem fühlen sich deutsche Ökonomen nicht ausreichend gehört.
Foto: Deutsches Bundesarchiv / Wikimedia

Doch wie nun bekannt wird, dürfte es gar nicht mehr so einfach sein, akademisches Spitzenpersonal zur Akklamation wirtschaftspolitischer Entscheidungen zu finden. Denn was die EU tut und vorhat zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise, passt der überwiegenden Mehrheit deutschen Volkswirtschafts-Professoren gar nicht.  Elektronisch haben rund 200 Mitglieder im „Plenum der Ökonomen“ abgestimmt – mit eindeutigem Ergebnis:  Über 90 Prozent stimmten für einen Text, der eine „dauerhafte Garantie der Zahlungsfähigkeit“ für hoch verschuldeten Staaten der Eurozone als „massiven Fehlanreiz“ geißelt, der „das Fundament der EU untergräbt“.

Die Rettung durch einen milliarden- oder bald vielleicht billionenschweren Schirm halten die Nationalökonomen für einen falschen Anreiz, die Verschuldungspolitik zu Lasten anderen EU-Partner fortzusetzen. Sie plädieren für Insolvenzverfahren von Staaten unter Beteiligung der Gläubiger. Im Klartext: Auch all jene – meist sind es Banken -, welche die Anleihen von Pleitestaaten gekauft haben, sollen im Insolvenzverfahren auf einen Anteil ihrer Forderungen verzichten. Immerhin wurden sie bis zum Bankrott mit hohen Zinszahlungen belohnt.


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Gegründet wurde das Plenum vom Hamburger Bernd Lucke, aus Frust darüber, dass die Politiker die Experten vor weitreichenden Entscheidungen nicht um Rat fragen, wie er sagt. Dass es den Politikern trotzdem gelingt, ihre Entscheidungen als von Experten unterstützt zu verkaufen, liegt sehr stark an den Massenmedien, die auch meist nur jene wenigen Professoren auftreten lassen, deren Meinung sich fast immer mit jener der EU-Granden deckt. 


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