Eine herbe Niederlage mussten der seit 18 Jahren in Luxemburg regierende Eurokrat Jean-Claude Juncker und die von ihm geführte Christlich-Soziale Volkspartei (CSV) bei den Parlamentswahlen am 20. Oktober 2013 hinnehmen. Junckers CSV verlor drei Mandate und hält nur mehr 23 der 60 zu vergebenden Sitze im Luxemburger Parlament. Verloren hat auch der Koalitionspartner Junckers, die sozialistische LSAP, die nur mehr 13 Sitze hält. Gewinner ist die liberale Demokratische Partei des Luxemburger Bürgermeisters Xavier Bettel, die mit einem starken Plus nun ebenfalls 13 Sitze innehat.
Die Parlamentswahlen waren notwendig geworden, da sich die bisher regierende große Koalition aus Christdemokraten und Sozialisten wegen eines Geheimdienstskandals, für den Juncker verantwortlich gemacht wurde, zerstritten hatte.
Wahlverlierer Juncker möchte dennoch weiter regieren
Eurokrat und Machtmensch Juncker, viele Jahre auch Chef der Euro-Finanzministergruppe, möchte als Wahlverlierer dennoch weiterregieren. Die Regierungsverhandlungen könnten sich aber für den Langzeit-Ministerpräsidenten als schwierig erweisen, da sowohl der bisherige Regierungspartner LSAP als auch die oppositionelle DP starke Vorbehalte gegen ihn haben. In der Wahlbewegung wurde deshalb auch die Idee eines “Gegenbündnisses” aus Sozialisten, Liberalen und Grünen geboren, das gemeinsam 32 der 60 Sitze auf sich vereinigen könnte.